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27.07.2010

Banken-Stresstests sind eher Freizeitstress

Schäubles optimistische Kommentare unangebracht

Der wirtschafts- und finanzpolitscher Sprecher der Grünen im Europäischen Parlament, Sven Giegold, sieht in den veröffentlichten Ergebnissen des Stresstests für 91 europäische Banken kein wirkliches Signal für mehr Transparenz oder die Möglichkeit, das Vertrauen an den Märkten zu verbessern. Dazu seien die beim erfolgten Test angelegten Kriterien zu "schwach und unrealistisch".

Zum Einen sei die Annahme einer erneuten Rezession mit einem Rückgang des BIP von -0,4% in 2011 milde ausgefallen im Vergleich zum Einbruch 2008/2009. Auch wurde kein echter Staatsbankkrott eines EU-Mitgliedslands in den Stresstests modelliert. "Vielmehr beschränkte man mögliche Verluste im wesentlichen auf das Handelsbuch, obwohl 90% der Staatsanleihen im Anlagebuch gehalten werden", so Giegold. Auch kritisierte er, dass die Bankanaufseher auf eine Offenlegung der Verluste aus der letzten Krise verzichteteten. Ein dreistelliger Milliardenbetrag an nötigen Abschreibungen seit hier im Falle der Fortsetzung der Krise in den Büchern realistisch. Nach Ansicht Giegolds, erweise sich "das Europäische Bankensystem daher weiterhin als unterkapitalisiert".

 

Der wirtschafts- und finanzpolitische Sprecher der Grünen Fraktion im Europäischen Parlament attackierte auch die über-optimistischen Kommentierungen der Ergebnisse des Stresstests durch Bundesfinanzminister Schäublet. Giegold wörtlich: "Die Ergebnisse dienen den Banken vielmehr als Schützenhilfe bei ihrem Lobbying gegen strenge neue Eigenkapitalanforderungen. Wir brauchen keine Beruhigungspillen, sondern eine europäische Schuldenbremse für Banken."

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