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10.09.2011

Bericht von der zweiten Grünen Europäischen Sommeruniversität

Mehr als 800 Teilnehmer aus 60 Nationen - Grüne Europafraktion blickt auf spannende Debatten zurück

"Europa - Ganz oder gar nicht!" war das Motto unserer zweiten Grünen Europäischen Sommeruniversität. Vom 8. bis 11. September 2011 versammelten sich dabei mehr als 800 Teilnehmer aus etwa 60 Nationen an der Viadrina in Frankfurt/Oder und dem Collegium Polonicum in Slubice (Polen). Gemeinsam haben wir über die Zukunft Europas und der Europäischen Union diskutiert. Dabei standen auf dem Programm: Fünf große Plenardebatten, über 40 Workshops, Stadttouren, viele kulturelle Events, Projektbesuche - und natürlich auch Empfänge, gemeinsame Abendessen und eine große Party.

Nach dem "Soft-Launch" am Donnerstag, 8. September, mit Lehrgängen, ersten Workshops und einem gemeinsamen Abendessen, eröffnete Rebecca Harms, Ko-Vorsitzende der Grünen Europafraktion, die Sommeruni am Freitag, 9. September. Im Zentrum ihrer Rede stand das klare Grüne Bekenntnis zu Europa. Ob Klima-, Wirtschafts- oder Währungskrise: Einfache Antworten wird es nicht geben - aber zu einem starken Europa der Solidarität gibt es keine Alternative.

Im Anschluss an die Eröffnung ging es los mit dem ersten Panel: Europa in der Welt. Der Grüne Europaabgeordnete und Sprecher der deutschen Delegation, Reinhard Bütikofer, leitete durch eine spannende Diskussion mit Norman Birnbaum, emeritierter Professor aus den U.S.A., dem chinesischen Blogger Michael Anti und dem Fraktionsvorsitzenden der Grünen/EFA, Daniel Cohn-Bendit.

Während Birnbaum einen an vielen Stellen mit Humor gespickten Überblick über die politische Krise in den U.S.A. gab und ein stärkeres Auftreten Europas auf der internationalen Bühne einforderte, gab Anti interessante Einblicke in die tagtägliche Isolation der chinesischen Bevölkerung: Sei es bei der Abschirmung vom Internet oder Visaanträgen. Er gab auch sehr praktische Einblicke: Informationen über das, was sich in und um Europa abspielt, müssten viel häufiger auch in chinesischer Sprache zur Verfügung stehen. Am Ende war klar: Europa steht in der Welt, die Welt hat Fragen an Europa - und die Grünen weichen diesen schwierigen Fragen nicht aus.

Beim zweiten Panel des Tages stand im Mittelpunkt, ob der deutsche Atomausstieg der Startschuss für ein atomfreies Europa sein könnte. Mit dem Vorsitzenden der Grünen Bundestagsfraktion, Jürgen Trittin, dem Grünen Europaabgeordneten Yannick Jadot aus Frankreich sowie Katarzyna Michalowska-Knap vom polnischen Institut für Erneuerbare Energien, waren erneut ausgewiesene Experten geladen.

Unter der Leitung von Rebecca Harms entfaltete sich dann auch eine facettenreiche Debatte. Das Fazit vorneweg: Für den Atomausstieg liegen alle Argumente auf der Grünen Seite. Jetzt geht es vor Allem darum, noch mehr Menschen davon zu überzeugen. Gerade in Frankreich ist das keine einfache Aufgabe: Denn das Land und seine Bevölkerung sind mit der Hochrisikotechnologie aufgewachsen. Auch in Polen ist noch viel Überzeugungsarbeit zu leisten - und zwar besonders unter den jungen und höher Gebildeten, wie Michalowska-Knap zur Überraschung des Publikums zu berichten wusste.

Die Sommeruniversität war ein Ort der Begegnung: Zwischen Jungen und Alten, zwischen Grünen und Nicht-Grünen. Natürlich nicht nur im Rahmen der Diskussionen in Workshops, die auch am Donnerstag, 8. September, bereits gut besucht waren. Sondern auch beim abendlichen Empfang am Freitag, der die erste Hälfte des Programms abrundete.

Hier geht es weiter zum Bericht von der zweiten Hälfte der Sommeruni.

Doch zunächst einige bildliche Eindrücke vom offiziellen Eröffnungstag:

 

Gleich gehts los: Teilnehmer kurz vor der offiziellen Eröffnung der Sommeruni.

 

Reinhard Bütikofer führt in das erste Panel der Sommeruni, "Europa in der Welt", ein.

 

Gut besucht: Das Publikum bei der Eröffnung der Grünen Sommeruniversität.

 

Pause: Zwischen den beiden Plenarsitzungen unterhält eine Performancekünstlerin im Nebenraum.

 

Auch da: Die Grüne Bärin Bernadette ist extra aus Brüssel angereist.

 

Europa ohne Atom: Die Referenten des zweiten Panels.

 

Hunger und Durst: Ein Empfang im Konzerthaus Frankfurt/Oder rundet die erste Hälfte der Sommeruni ab.

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