Header Europagruppe GRÜNE
 

de |    Themen09.03.2007

Portrait Helga Trüpel

EuroGlobe: Ein neues Symbol für Europa

Kultur, Politik und Demokratie bürgernah und lebendig machen

von Helga Trüpel MdEP

Fragt man die Bürger in Berlin, Paris oder Sofia, was sie über die Europäische Union denken, sind die Vorstellungen sehr abstrakt; viele assoziieren mit Europa einen Bürokratiedschungel und ein Regelwerk, dass ihnen von Brüssel oder Straßburg oktruiert wird. Daher stehen wir vor der Herausforderung, Europa besser zu kommunizieren, den Bürgern fassbarer, attraktiver zu machen und nicht zuletzt: Europa eine Seele zu geben. Die Herzen der Bürger gewinnt man durch Kultur. Aus dieser Erkenntnis ist die Idee des EuroGlobe entstanden.

Die Grundidee: Das mobile EuroGlobe, das sich in seiner Architektur dem Globe Theater in London anlehnt, soll abwechselnd für ein halbes Jahr in der Hauptstadt der jeweiligen Ratspräsidentschaft aufgebaut sein. Es soll eine Plattform bieten, auf der politische Debatten, Theater, Kunst und wissenschaftlicher Austausch möglich sind - ein ausdrücklich europäischer Raum, der Politik, Kultur und Demokratie verbindet.

Das Besondere: Durch die kreisförmige Konstruktion des EuroGlobe kann jeder jeden sehen. Die Architektur ermöglicht, dass zwischen den Bühnenakteuren und den Zuschauern eine Interaktion entsteht. Jeder wird Teil des Geschehens.

Das Ziel: Mit dem EuroGlobe soll ein neues Symbol für europäische Öffentlichkeit geschaffen werden mit dem Ziel, Europa den Menschen näher zu bringen. Die Europäische Kommission hat kürzlich zwei Vorschläge in diesem Zusammenhang eingebracht: den Plan-D für Demokratie, Dialog und Diskussion (2005) und das Weißbuch zur Kommunikationspolitik (2006). Beide Vorschläge sollen eine europäische Zivilgesellschaft fördern und die Distanz zwischen europäischen Bürgern und europäischer Politik verkleinern. Das EuroGlobe mit seiner kreisförmigen Architektur soll diesen Raum der Demokratie, der politischen Diskussion und des kulturellen Austauschs schaffen und knüpft so an den Wurzeln von Politik und Kultur in der Antike an.

Eine Tradition, die mit den Griechen und Römern begann und ihren Ausdruck in großartigen Amphitheatern fand, brachte England im 17. Jahrhundert zur Zeit Shakespeares mit dem Globe-Theater zu neuer Blüte. 1993 führte in London nach 349 Jahren die bremer shakespeare company zum ersten Mal wieder ein Theaterstück in einem Globe-Theater auf.

Vorausgesetzt alle politischen Entscheidungen verlaufen jetzt erfolgreich, soll es am 9. Mai in Düsseldorf, dem Europatag, losgehen: mit einer Europäischen Revue, die mit John Lennons "Imagine" beginnt und mit Beethovens "Ode an die Freude", der offiziellen Hymne Europas, endet. Mit der Lesung der Ringparabel von Lessing durch Norbert Kentrup, Initiator und Seele des Projekts. Es folgen Treffen zwischen europäischen Jugendlichen, Stücke von Shakespeare und Lesungen europäischer Autoren und vieles mehr, bis das EuroGlobe wieder abgebaut wird, um weiterzuwandern nach Portugal, das die nächste EU-Ratspräsidentschaft übernehmen wird.

Helga Trüpel ist stellv. Vorsitzende des Kulturausschusses, Mitglied im Haushalts- und im Haushaltskontrollausschuss

Der Artikel ist erschienen im Schrägstrich März 2007

Weitere Informationen zur Arbeit von Helga Trüpel: www.helga-truepel.eu