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de |    Themen02.05.2008

Essen oder tanken ?

Gabriel heizt Goldgräberstimmung an

 

Anlässlich des Treffen der Global Greens (= weltweiter Zusammenschluss von grünen Parteien und Bewegungen) vom 1. bis 4. Mai 2008 im brasilianischen Sao Paolo kritisierte die stellvertretende Fraktionsvorsitzende der Fraktion GREENS/EFA im Europäischen Parlament Rebbeca Harms den geplanten Ethanoldeal zwischen Deutschland und Brasilien. Dabei griff sie Umweltminister Gabriel scharf an, der mit seiner übereilten Zusage für diese Lieferungen der Europäischen Union aber auch Brasilien einen Bärendienst erwiesen hat.

"Sigmar Gabriel unterläuft damit sämtliche Bemühungen für eine Neubewertung der Agrartreibstoffproduktion vor dem Hintergrund der akuten Welternährungskrise. Die EU diskutiert derzeit intensiv die Notwendigkeit eines  Moratoriums für Agrarsprit. Brasilien hat unbestritten ein großes Potential für die Erzeugung von Lebensmitteln und nachwachsenden Rohstoffen, auch für den Export. Aber bei den derzeitigen Agrar-und Handelsstrukturen wird die verstärkte Nachfrage aus Europa unweigerlich zur Verschiebung der Prioritäten zulasten einer sicheren Lebensmittelversorgung führen", so Harms.

Der einzige Profiteur dieses Deals sei ihrer Meinung nach die Agrarindustrie und die dort derzeit grassierende Goldgräberstimmung. Dabei helfen auch keine Behauptungen Gabriels, dass eine nachhaltige Produktion von Ethanol in dem südamerikanischen Land durch Zertifizierungen sichergestellt werden könne, denn als ein Ergenis des Treffens grüner Politiker in Sao Paolo sei festzuhalten, dass sehr wohl Zweifel bestehen, ob die brasilianische Regierung dies wirklich garantiere könne.

"Gabriels Ethanol-Deal ist eine Einladung die Energieverschwendung in Europa fortzusetzen. Es ist unverantwortlich, dass der Umweltminister davon ausgeht, dass wir einen ständig steigenden Energieverbrauch in Europa nicht vermeiden können. Wir dürfen Brasilien und anderen Schwellenländern nicht die Grundlagen einer nachhaltigen Entwicklung abgraben, indem wir an unserem überholten verschwenderischen Lebensstil und Energieverbrauch festhalten", so die Grünen-Politikerin.