UN-Artenkonferenz verpaßt Signal gegen Agrosprit
Die die deutsche Delegation der Grünen im Europäischen Parlament hat sich enttäuscht gezeigt über die Ergebnisse der Bonner UN-Koneferenz zum Erhalt der Artenvielfalt.
Ihre Sprecherin und stellvertretende Vorsitzende der Fraktion Greens/EFA, Rebecca Harms kritisierte, dass die Chance verpasst wurde, ein klares Zeichen gegen die Agrotreibstoff-Strategien zu setzen. Dies sei umso bedauerlicher, als dass die Kritik an den Plänen breit und deutlich von Konferenzteilnehmern vorgetragen worden war.
"In vielen Stellungnahmen in Bonn ist deutlich gemacht worden, dass das 10%-Ziel der Europäischen Union in vielen Regionen der Welt auch zu irreparablen Verlusten an Biodiversität führen wird. Trotzdem konnte sich die UN-Konferenz in Bonn nicht auf konkrete Beschlüsse zum umwelt- und sozialverträglichen Anbau von Agrotreibstoffen einigen", so Harms.
Zwar begrüßte sie die Einrichtung eines Biodiversitätsrates, der einen wichtigen Beitrag zur Sensibilisierung breiter Bevölkerungsschichten leisten könnte. Allerdings sei das Scheitern der Idee, die Strategien gegen den Klimawandel enger zu verbinden mit der Politik zum Erhalt der Artenvielfalt, kein ermutigendes Signal aus Bonn.
Nach Ansicht der Grünen-Politikerin habe auch die Europäische Union in Bonn leider in vielen Feldern nicht gemeinsam und einheitlich verhandelt. Darüber müsse sich das Parlament in Brüssel mit Rat und Kommission auseinandersetzen. Gerade diese Uneinheitlichkeit der Europäer sei kein gutes Zeichen für die Vorbereitung der nächsten UN-Klimakonferenz in Posznan.