Grüne fordern Europäische Gemeinschaft für Erneuerbare Energien
Die Grünen im Europäischen Parlament fordern einen massiven Ausbau der Erneuerbaren Energien innerhalb der Europäischen Union. Am besten könne dies über die Gründung einer Europäischen Gemeinschaft für Erneuerbare Energien (ERENE) gelingen. Welch enormes Potential sich in solch einer Gründung steckt, belegt eine Studie der Heinrich-Böll-Stiftung, die im Europaparlament vorgestellt wurde.
Michaele Schreyer, ehemalige EU-Kommissarin und Koautorin der Studie, zeigt sich optimistisch was die Zukunft der Erneuerbaren Energien betrifft. "Europa hat gerade erst begonnen sein enormes Potenzial an erneuerbaren Energien zu nutzen. Unsere Studie geht weit über den Zeitrahmen des Klimaschutz- und Energiepakets der Kommission vom Januar 2008 hinaus und zeigt, dass es langfristig möglich ist, den Strombedarf Europas durch erneuerbare Energiequellen zu decken, wenn die richtigen Strategien und Maßnahmen ergriffen werden.", sagte sie anlässlich der Präsentation. ERENE könne hierbei der entscheidende Schritt sein,um .Forschungsförderung, Pilotprojekte und Netzentwicklung im Bereich der Erneuerbaren Energien voran zu treiben.
Ähnlich sieht es Lutz Mez, Ko-Autor und Geschäftsführer der Forschungsstelle für Umweltpolitik an der Freien Universität Berlin. Seiner Meinung nach hatte Europa 50 Jahre lang die Gemeinschaft für Kohle und Stahl und Euratom existiere sogar seit über einem halben Jahrhundert. Es sei nun höchste Zeit, "dass den Erneuerbaren Energien derselbe Status eingeräumt wird, mit einem Vertrag oder einem System der vertieften Kooperation zwischen den Mitgliedsstaaten. Eine Europäische Gemeinschaft für Erneuerbare Energien könnte in der ersten Hälfte des Jahres 2010 eingerichtet werden und durch den Verkauf von Emissionszertifikaten finanziert werden."
Die stellvertretende Vorsitzende der Fraktion Die Grünen/EFA im Europäischen Parlament, Rebecca Harms plädierte dafür, dass "die EU in der Energiepolitik nicht mit 'business as usual' weitermachen könne". Die vorgestellte Studie zeige, dass das 20% Ziel der EU für erneuerbare Energien für 2020 ist ein guter Start sei, aber sie belege auch, dass das Potenzial der Erneuerbaren viel größer ist.
Harms erinnerte auch daran, dass die meisten Europäer die Erneuerbaren Energien als Schlüssel für die Energieerzeugung der Zukunft sehen. Die Europäische Kommission und manche Mitgliedsstaaten müssten dies endlich anerkennen und nicht weiter auf eine Renaissance der Atomkraft hoffen. Nach Ansicht der GRÜNEN-Politikerin habe das irische Referendum zum Lissabon-Vertrag gezeigt, "was passiert, wenn die EU schlecht kommuniziert und den Bürgerinnen und Bürgern nicht zuhört." Dies gelte auch für den Energiebereich.Alles spreche ihrer Meinung nach daher für die Erneuerbaren Energien:" Sie sind nachhaltig, klimafreundlich und sie sind demokratisch gewollt. Dieser Dreiklang ist die beste Begründung für ein neues gemeinsames europäisches Projekt ERENE."
ERENE - Zusammenfassung
ERENE Studie