de | ThemenBrüssel 17.02.2009
Energiesparende Leuchten für Europa
Abschied von der Glühbirne
Energieverschwendung bekämpfen heißt die Energiesicherheit der EU zu erhöhen und wirkungsvoll Klimaschutz zu betreiben. Diese einfache Formel ließ sich selten so offensichtlich in eine politische Entscheidung umsetzen: Der Abschied von der klassischen Glühbirne zugunsten energiesparender Lichtquellen bringt einen gewaltigen Einspareffekt.
Heute stimmte eine große Mehrheit im Umweltausschuss des Europäischen Parlaments für das Verbot der Glühbirne und damit für innovative und zukunftsfähige Technologien: Glühbirnen, die etwa 85% des Lichts innerhalb der EU liefern, aber nur 5% ihres Energieverbrauchs in Licht umsetzen, werden nun schrittweise zugunsten von Energiesparlampen, Halogenlampen oder Leuchtdioden (LED) vom Markt genommen.
Vor der Abstimmung hatten konservative und liberale deutsche Abgeordnete massiv Meinungsmache betrieben, um für den Erhalt der Glühbirne alle Hebel in Bewegung zu setzen. Doch was veranlasste eine Silvana Koch-Mehrin zu Liebesbezeugung für ein Leuchtmittel? Die einzig mögliche Erklärung: Vorwahlkampfpolemik.
Entsprechend kommentiert auch Rebecca Harms MEP: "Dem kleinen schwarz-gelben Block von Fortschrittsfeinden aus Deutschland bleiben fadenscheinige Argumente über die Tradition und Ästhetik der Glühbirne und populistisches Eifern gegen den “Ökodirigismus” Brüssels. Europaskepsis, Innovationsfeindlichkeit und die Behauptung, dass die Freiheit der EU Bürger durch diese Maßnahme beschnitten würde sind Bestandteile des unerträglichen Vorwahlkampfgezeters."
Denn die Vorteile der Entscheidung sind evident. Durch den Austausch der Glühbirne können die europäischen Haushalte laut Berechnungen der EU-Kommission bis zu 15 Prozent ihres Stromverbrauchs einsparen - das entspricht ungefähr dem jährlichen Bedarf Finnlands. Das wirkt sich auch positiv auf die Stromrechnungen der Verbraucher aus: Etwa 5-10 Milliarden Euro können EU-weit eingespart werden. Ein Haushalt, der konsequent auf Energiesparlampen umschwenkt, spart im Durchschnitt 50 EUR im Jahr. Und da wäre noch der Klimawandel: Das Umschwenken auf energiesparende Leuchtmittel kann bis zu 15 Millionen Tonnen CO2 in der Europäischen Union einsparen.
Die liberal-konservativen Fortschrittsverweigerer stellen dagegen Scheinargumente in den Vordergrund, die häufig keine wissenschaftliche Basis besitzen. Dies betrifft beispielsweise die angebliche Gesundheitsgefährdung durch neue Leuchtmittel, die eine von der Europäischen Kommission eingesetzte Expertenkommission weitgehend ausgeräumt hat.
Die Debatte ist nicht auf Europa beschränkt: Auch Australien, Neuseeland und Kanada haben ein Verbot der Glühbirne längst beschlossen. Selbst die USA unter Bush hat sich dem angeschlossen. Gut, dass sich Europa nun auch auf die Seite des sparsamen Lichts geschlagen hat.