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25.02.2014

CO2-Emissionen von Autos:

Europaparlament winkt Merkelsche Rechentricks für Spritschlucker durch

Im Streit um die Regulierung von CO2-Grenzwerten für Autos bis 2020 hat das Europaparlament heute den von der Bundesregierung erzwungenen, faulen Kompromiss zwischen Parlament und Rat angenommen.

Der Kompromiss kommt einem Geschenk an die deutsche Automobilindustrie gleich. So gestatten die Regeln eine Ausnahme für die schmutzigsten 5% der Neuwagenflotte im Jahr 2020 und erlauben darüber hinaus die Mehrfachanrechnung besonders emissionsarme Fahrzeuge über drei Jahre. Durch diese Rechentricks wird das 95g-Ziel effektiv erst 2023 erreicht werden.

"In den Verhandlungen über die CO2-Grenzwerte von Autos hat die deutsche Regierung ihr ganzes Gewicht in die Waagschale geworfen, um die heimischen Hersteller großer Spritschlucker vor Klimaschutzauflagen zu schützen“ kommentierte Rebecca Harms, Vorsitzende der Grünen/EFA-Fraktion die Abstimmung. Bei Themen wie Klimaschutz und Energiewende hingegen, könne man von einem solchen Engagement des Energiewendelands Deutschland nur träumen.

Das Verhandlungsergebnis schadet Klima, Umwelt und  Verbrauchern. Überdies erweist es auch der  europäischen Automobilindustrie einen Bärendienst deren zukünftige Wettbewerbsfähigkeit auf dem Spiel steht.  Denn viele Hersteller haben den Grenzwert für 2015 längst erreicht, ganz ohne Rechentrick und haben somit bewiesen,  dass eine deutliche Absenkung des Spritverbrauchs von Fahrzeugen möglich ist. Mit den nun verabschiedeten laschen Regeln für 2020 wird dieses Innovationspotenzial der Industrie jedoch weder stimuliert noch ausgeschöpft.