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07.07.2015

Ende der Milchquote

Zu viel Milch stärkt die Macht der Discounter

Am heutigen Dienstag hat das Europäische Parlament seinen Bericht zur Situation auf dem Milchmarkt nach dem Ende der Milchquote verabschiedet. Dazu sagt Maria Heubuch, Mitglied im Agrarausschuss im Europäischen Parlament:

„Dieser Bericht ist ein müder Nachruf auf ein wirkungsloses Milchpaket, das nach der Milchkrise 2009 geschnürt wurde, ohne den Kern der Probleme zu lösen. Weil es immer noch keine vernünftige Angebotssteuerung und keine Maßnahmen gegen die Industrialisierung der Milcherzeugung gibt, sind die Milchpreise nach dem Wegfall der Milchquote wieder in den Keller gerutscht. Die großen Discounter haben die Situation am Milchmarkt ausgenutzt, um sich einen gnadenlosen Wettbewerb um die niedrigsten Ladenpreise zu liefern. Weder die EU-Kommission noch das Europäische Parlament stellen die für die Milchbauern riskante und für Entwicklungsländer desaströse Exportorientierung in Frage. Milch ist kein Rohstoff, mit dem spekuliert werden sollte, sondern ein Lebensmittel, das seinen fairen Preis haben muss. Gute und faire Milchpreise sind die Basis für eine nachhaltige Landwirtschaft und für eine gesunde Ernährung. Milch sollte dort produziert werden, wo die natürlichen Gegebenheiten günstig sind und Kühe grasen können.

Wir fordern ein neues Milchpaket mit Mechanismen, die den Markt regulieren, um eine weitere Industrialisierung zu verhindern und die Preise zu stabilisieren. Milchpreise sollten die Produktionskosten abdecken – vor allem in Regionen, in denen die Produktion auf Grund von geografischen Gegebenheiten kostspieliger ist. Die Grünen/EFA-Fraktion setzt sich außerdem dafür ein, dass Bauern, die freiwillig die Milchproduktion zurückfahren, wenn ein Überangebot besteht, finanziell entschädigt werden. Dafür konnten wir bisher keine Mehrheit im Europäischen Parlament gewinnen.“

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Maria Heubuch

Mitglied
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