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12.12.2012

EU-Parlament für mehr Tierschutz bei Transporten

Grüne Forderung nach Begrenzung auf acht Stunden jedoch gescheitert

In den vergangenen fünf Jahren sind die Transporte bei Schweinen um 70 Prozent und bei Rindern um fast 10 Prozent gestiegen. Damit vergrößert sich vor allem das Leid der Tiere. Etwa ein Drittel der Transporte dauert mittlerweile länger als acht Stunden. Das Europäische Parlament hat sich nun dafür ausgesprochen, den Tierschutz bei diesen Transporten zu verbessern. So sollen die bestehenden Vorschriften besser überwacht und die Transportbedingungen tierfreundlicher werden. Außerdem sollen regionale Schlachtstätten ausgebaut werden.

"Grundsätzlich begrüße ich natürlich, dass das Europaparlament den Tierschutz bei Transporten verbessern will", so der agrarpolitische Sprecher der Grünen Europafraktion, Martin Häusling. "Es ist aber sehr bedauerlich, dass wir keine Mehrheit für eine Begrenzung der Transporte auf acht Stunden bekommen haben". Die Position des Parlaments bleibt in diesem Punkt vage. Die Grünen hatten in einem Änderungsantrag eine eindeutige Begrenzung auf acht Stunden gefordert. Eine Mehrheit dafür blieb aber leider aus.

Nun enthält die Parlamentsposition zwar keine gegenteilige Forderung. Sie bleibt in dieser entscheidenden Frage aber sehr vage. Die Grüne Europafraktion steht eindeutig an der Seite der "8-hours-Campaign". Mehr als eine Million Bürger hatten darin eine Begrenzung auf acht Stunden eingefordert. Bis vor kurzem stand das EU-Parlament noch mehrheitlich hinter dieser Forderung. "Absurd, dass viele Abgeordnete nun offenbar die Konsequenzen scheuen", kritisiert Häusling.

Die Grünen verurteilen den in letzten Jahren verstärkt festzustellenden "Schlachthaustourismus" in Europa scharf. Dabei werden Tiere von Dänemark oder Holland nach Deutschland transportiert, weil durch die Zahlung von Dumpinglöhnen das Schlachten dann billiger  ist. "Hier ist Deutschland eindeutig gefordert,  die Bedingungen  zu verbessern", so der Appell des Grünen Agrarexperten an die Bundesregierung.

 

Weitere Informationen

Martin Häusling

Telefon Brüssel +32-228-45820
Fax Brüssel +32-228-49820
Telefon Straßburg +33-3-88175820
Fax Straßburg +33-3-88179820