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11.06.2015

FIFA-Resolution

Rücktritt Blatters nur Auftakt für tiefgreifende Reform der FIFA

Am heutigen Donnerstag hat das Europäische Parlament eine Überprüfung der Vergabe der Fußball-Weltmeisterschaften an Russland und Katar sowie weitere Aufklärung der Korruptionsvorwürfe in der FIFA gefordert. Dazu sagt Helga Trüpel, Mitglied im zuständigen Kulturausschuss:

 

"Der Rücktritt von Sepp Blatter als FIFA-Präsident war längst überfällig. Es darf nur der erste Schritt für eine gründliche Aufarbeitung des korrupten Systems sein, das offenbar die FIFA seit Jahren beherrscht. Die EU-Institutionen und die Regierungen in den EU-Mitgliedsstaaten müssen diesen Prozess und eine tiefgreifende Reform der FIFA aktiv unterstützen.

 

In der heutigen Abstimmung hat das Europäische Parlament klar gemacht, dass es einen internationalen Verhaltenskodex gegen Korruption geben muss, der auch für internationale Organisationen wie die FIFA gilt. Außerdem brauchen wir verbindliche Regeln gegen Geldwäsche in Sportorganisationen.

 

Die stellvertretende Vorsitzende des Menschenrechtsausschusses im Europäischen Parlament, Barbara Lochbihler, fügt hinzu:

 

"Das Europäische Parlament hat deutlich gemacht: Zur Vergabe der Fußballweltmeisterschaften an Russland und Katar ist noch lange nicht das letzte Wort gesprochen. Sie müssen überprüft werden. Auch die Vergabe der Weltmeisterschaft 2006 an Deutschland wirft immer mehr Fragen auf, denen wir nachgehen müssen.

 

Mit Blick auf die dringend notwendige Vergabereform bleibt die Resolution weit hinter ihren Möglichkeiten zurück. Seit langem fordert die Grünen/EFA-Fraktion menschenrechtliche, soziale und ökologische Benchmarks, die verbindlich in jede Vergabeentscheidung einfließen müssen. Nur so kann verhindert werden, dass immer wieder Staaten den Zuschlag erhalten, die Arbeiterrechte mit Füßen treten und eine kritische Berichterstattung gewaltsam unterbinden. Es ist bedauerlich, dass ein dahingehender Änderungsantrag unserer Fraktion abgelehnt wurde und die Resolution nur schwache, ungenaue Forderungen stellt."