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28.02.2012

Fluggastrechte

Verkehrsausschuss fordert besseren Schutz der Passagiere

Der Verkehrsausschuss des Europäischen Parlaments hat heute mit überwältigender Mehrheit den Initiativ-Bericht des grünen Abgeordneten Keith Taylor zu Passagierrechten im Flugverkehr angenommen. Dazu erklären Eva Lichtenberger und Michael Cramer, verkehrspolitische Sprecher der Grünen/EFA im Europäischen Parlament:

"Der Verkehrsausschuss des Europäischen Parlaments hat heute erneut seine Verantwortung als Vertreter der europäischen Bürger ernst genommen und die Kommission aufgefordert, Vorschläge für eine weitere Stärkung der Rechte von Flugpassagieren und Reisenden mit eingeschränkter Mobilität vorzulegen.

Dabei wird insbesondere eine Überarbeitung der Regeln für Hilfeleistungen und Erstattungen im Falle von Verspätungen oder Stornierungen angemahnt. Zudem fordert der Ausschuss einen besseren Schutz der Passagiere im Falle des Bankrotts einer Airline. Mängel bestehen nach Auffassung des Verkehrsausschusses trotz geltender EU-Gesetzgebung bei der Gewährleistung der Preistransparenz bei Online-Buchungen. Es muss sichergestellt werden, dass der wirkliche Gesamtpreis von Beginn der Buchung an für die Kunden erkennbar ist.

Besondere Aufmerksamkeit schenkt der Bericht den Bedürfnissen von Passagieren mit eingeschränkter Mobilität. Ihnen muss barrierefreier Zugang garantiert werden. Für die Weitergabe von Passagierdaten wiederum fordert der Ausschuss volle Transparenz für die Betroffenen. Das ist ein wichtiger Schritt für den Schutz der Privatsphäre in Europa!

Aus grüner Sicht ist schließlich auch die Forderung nach der Angabe der CO-Emissionen und des Energieverbrauchs eines Fluges auf dem Ticket ein wichtiger Fortschritt. Nur wenn die Kunden die wahren Umweltauswirkungen ihrer Reise kennen, können sie rationale Entscheidungen treffen und ihren Beitrag zu Klimaschutz leisten.

Die Forderung nach einem einheitlichen Rechtsniveau für alle Verkehrsträger wurde leider von der konservativen Mehrheit im Ausschuss gestrichen. Dabei wäre das nicht nur im Sinne der Reisenden, sondern auch unverzichtbar für einen fairen intermodalen Wettbewerb. Aktuell haben Bahnreisende im Fernverkehr beispielsweise bereits ab einer Stunde Verspätung Anspruch auf Entschädigung, während dies im Flugverkehr erst ab drei Stunden der Fall ist. Zudem fehlt im Flugverkehr - anders als bei der Bahn - noch immer die unabhängige Schlichtungsstelle als Ansprechpartner für die Passagiere."

Weitere Informationen

Michael Cramer

Telefon Brüssel +32-2-2845779
Fax Brüssel +32-2-2849779
Telefon Straßburg +33-3-88175779
Fax Straßburg +33-3-88179779