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18.04.2011

Gegengewicht zur Finanzlobby

"Finance Watch" geht im Sommer an den Start

Die Macht der Finanzlobby ist während der Finanzkrise besonders deutlich geworden: Gerade, als es um eine bessere Regulierung der Märkte ging, fehlte häufig ein Gegenwicht und eine unabhängige Expertise. Eine fraktionsübergreifende Gruppe aus 22 Europaparlamentariern wagte deshalb auf Initiative des Grünen Europaabgeordneten Pascal Canfin im vergangenen Sommer einen Vorstoß: Sie riefen zur Gründung einer Lobbygruppe auf, die dem Einfluss der Finanzbranche etwas entgegen setzen sollte. "Finance Watch" steht nun nicht einmal 12 Monate später in den Startlöchern.

Diverse Nichtregierungsorganisationen stehen hinter dem Projekt: Oxfam und Transparency International, der Europäische Kleinanlegerverband Euroinvestors, der Europäische Gewerkschaftsbund und der EU-Ver-braucherschutzverband BEUC sind nur einige Beispiele. Im Juni soll ein siebenköpfiges Aufsichtsgremium gewählt werden, bevor die Organisation mit etwa 10 Mitarbeitern ihre Arbeit aufnimmt. Sven Giegold, wirtschaftspolitischer Sprecher der Fraktion "Die Grünen/EFA" und Mitinitiator von "Finance Watch": Zu häufig sind bislang einseitig die Stimmen der Finanzlobbyisten vernommen wurden. Finance Watch ist ein Schritt in die richtige Richtung" so der Europaparlamentarier.

Wir freuen uns, dass unsere Initiative aus dem vergangen Jahr so schnell Früchte getragen hat. Doch jetzt ist es für uns Zeit, in den Hintergrund zu treten" kommentiert Giegold die nächsten Schritte für Finance Watch. Die finanzielle Unabhängigkeit von der Finanzbranche ist ein zentraler Baustein der Organisation. Eine Liste aller bisherigen Mitglieder finden Sie hier, im kommenden Monat wird die vollständige Auflistung aller "qualifizierten" privaten Unterstützer veröffentlicht. Finance Watch wird nicht nur Öffentlichkeitsarbeit betreiben, sondern sich auch aktiv in Gesetzgebungsprozesse rund um die Finanzbranche einmischen.

Wenn alles gut läuft, sollte die Organisation im Sommer arbeitsfähig sein und "dann die Interessen der Zivilgesellschaft mit einer starken Stimme vertreten" so Giegold.

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