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08.03.2011

Gentechnik durch die Hintertür

Grüne geben Bericht zu Eiweiß-Importen zurück

Der Grüne Europaabgeordnete Martin Häusling hat heute seinen Namen von einem Initiativbericht des Europäischen Parlaments zur Verringerung des Europäischen Eiweißdefizits zurückgezogen. Einen für die Überarbeitung der Gemeinsamen Europäischen Agrarpolitik wichtigen, und aus Grüner Sicht ursprünglich gelungenen Beitrag, hat eine Mehrheit der Abgeordneten missbraucht: So wurde über Änderungsanträge erreicht, dass sich der Text gegen die Nulltoleranz beim Import von gentechnisch veränderten Organismen (GVOs) ausspricht.

Das macht in einem Bericht, der eigentlich den Europäischen Ausweg aus der Importabhängigkeit von Eiweiß beschreiben sollte, schon inhaltlich keinen Sinn. Auf diesem Wege auch die Nulltoleranz von GVOs durch die Hintertür zu umgehen, ist für die Grünen aber besonders inakzeptabel. "Es ist klar, dass ich meinen Namen nicht unter solche Punkte schreiben kann" kommentierte Martin Häusling nach der Abstimmung. "Wir Grüne haben immer gegen die Aufhebung der Nulltoleranz gekämpft und werden dies auch weiter tun".

Der Hintergrund des Berichts war eigentlich die Entwicklung einer Strategie zur Reduktion der Europäischen Eiweißimporte. Derzeit werden 80 Prozent des Eiweißpflanzenbedarfs, der vor allem in der Fleischproduktion eingesetzt wird, aus Brasilien und Argentinien importiert. Ziel des Berichts war eine Stärkung des europäischen Anbaus dieser Pflanzen, die auch eine positive Wirkung in den Bereichen Biodiversität, Klima-, Wasser- und Bodenschutz mit sich bringn.

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