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04.12.2013

Glyphosat-Einsatz darf nicht mehr mit Bodenschutzetikett verkauft und gefördert werden!

Zum morgigen Weltbodentag mahnt Martin Häusling, agrarpolitischer Sprecher der Grünen/EFA im Europäischen Parlament, zu mehr ehrlichem Bodenschutz in der landwirtschaftlichen Praxis:

Viele Bundesländer in Deutschland, aber auch einige europäische Länder wie Frankreich und Spanien fördern die pfluglose Bodenbearbeitung in ihren Agrarumweltprogrammen. Diese steht wiederholt in der Kritik. Unstrittig ist, dass der Verzicht auf Bodenbearbeitung häufig eine erosionsmindernde Wirkung hat. Allerdings wird diese in der Praxis mit einem erhöhten Einsatz des Totalherbizids Round-Up mit dem umwelttoxischen Wirkstoff Glyphosat erkauft.“, so Häusling.

„Seit 1993 hat sich der Glyphosat-Einsatz in Deutschland verfünffacht und zwar auf 5000 Tonnen. Allein in den vergangenen zehn Jahren betrug die Zunahme 36 Prozent. Pfluglose Bewirtschaftung (Mulchsaat) erhöht in Zusammenspiel mit engen Fruchtfolgen den Unkrautdruck massiv und funktioniert daher nicht ohne Totalherbizide. Deutschlandweit wird Glyphosat inzwischen auf rund vier Millionen Hektar und damit auf fast 40 Prozent der Ackerfläche eingesetzt.

Viele Studien legen nahe, dass auch Menschen, Nutztiere und Nutzpflanzen negative gesundheitliche Folgen davontragen. Darüber hinaus bringen Experten der Uni Hohenheim den regelmäßigen Glyphosat-Einsatz mit Ertragsschäden bei Winterweizen in Verbindung, weil der Wirkstoff sich im Wurzelgewebe anreichert. Wir alle nehmen Glyphosat zu uns, über Mehl, Haferflocken und Brötchen, da in 14 von 20 Lebensmittelproben Glyphosat enthalten ist – es übersteht den Backprozess locker.

Es reicht daher nicht, die Vorerntebehandlung, die sogenannte „Sikkation“, zu verbieten, wenn andererseits der Glyphosateinsatz indirekt über Mulchsaat-Programme mit Agrarumweltgeldern gefördert wird.

Ich fordere daher:

 

Bewirtschaftungsmaßnahmen, die mit einem erhöhten Einsatz von Pflanzenschutzmitteln – insbesondere glyphosathaltigen – einhergehen, dürfen keinesfalls im Rahmen von Agrarumweltprogrammen gefördert werden.

 

Sowohl auf Ebene der Bundesländer als auch auf europäischer Ebene ist die Förderung der pfluglosen Bodenbearbeitung zu stoppen bis die offenen Fragen bezüglich der Umweltwirkung geklärt sind.“

 

Weitere Informationen

Martin Häusling

Telefon Brüssel +32-228-45820
Fax Brüssel +32-228-49820
Telefon Straßburg +33-3-88175820
Fax Straßburg +33-3-88179820