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07.09.2010

Grüne Arbeitsplätze sind auch gute Arbeitsplätze

Europäisches Parlament bringt Initiative für Green Jobs auf den Weg

Ob in der Solarbranche oder bei der Windräderherstellung: Europa ist weltweit führend bei der Produktion von ökologischen Produkten. Davon profitiert auch der Arbeitsmarkt. Denn Investitionen in den ökologischen Wandel schaffen viele neue Arbeitsplätze und neue Einkommensmöglichkeiten. Doch damit das Arbeitsmarktpotenzial der "Grünen Jobs" optimal genutzt werden, muss dieser Wandel hin zum nachhaltigen Wirtschaften sozial gerecht gestaltet werden. Nur so können vorhandene Arbeitsplätze verändert oder erhalten werden. Das machte Elisabeth Schroedter deutlich, die für das Europäische Parlament das Jobpotenzial in der nachhaltigen Wirtschaft untersucht hat. Eine fraktionsübergreifende Mehrheit unterstützte heute diese Initiative im Straßburger Parlament und forderte Kommissionpräsident Barroso auf, bis 2011 eine Strategie zur Schaffung von "Green Jobs" vorzulegen.

"Grüne Jobs" bieten enorme Chancen angesichts der Finanzmarktkrise und des Klimawandels. Da es aber auch Sektoren gibt, in denen Arbeitsplätze wegfallen oder verlagert werden, besteht auch großer Anpassungsbedarf. Die Europäische Kommission hatte diesen entscheidenden Zusammenhang verschlafen, als sie sich mit der im Frühjahr vorgelegten 10-Jahres-Stratgie zur europäischen Wirtschafts- und Sozialpolitik Europa-2020 zum nachhaltigen Wirtschaften bekannte. "Die Arbeitgeber müssen hier mitziehen", fordert Schroedter, "und die Arbeitnehmerschaft, besonders Frauen, durch Weiterbildung und Umschulungen in den Wandel einbinden." Nur durch eine breite Bewegung von Sozialpartnern und Klimaschützern, könne breite Akzeptanz für die notwendige ökologische Transformation bei den Bürgerinnen und Bürgern hergestellt werden, folgert die Grüne.

Die zentrale Botschaft des Initiativberichts: Das grüne Jobpotential wird nur unter langfristigen Rahmenbedingungen ausgereizt. Der Bericht fordert von der Kommission, Umweltstandards und finanzielle Anreize langfristig, mindestens jedoch für einen Zeitrahmen von zehn Jahren zu etablieren. Das Beispiel des EEG (Erneuerbare-Energien-Gesetz) in Deutschland belegt, dass nur verlässliche Rahmenbedingungen und Rechtssicherheit ökologische Investitionen fördern und die Kurve für neue Arbeitsplätze steil nach oben steigen lassen. In dem Zusammenhang fordert der Bericht die EU auf, ihren Verpflichtung zur CO2-Reduzierung nachzukommen, damit Europa seine weltweite Vorreiterrolle im Klimaschutz und seinen globalen Wettbewerbsvorteil nicht einbüßt.

Die zentrale Bedeutung von "Green Jobs" unterstrich auch die belgische Ratspräsidentschaft. Sie will zum Ende der sechsmonatigen Amtszeit das Thema in ihre strategischen Schlussfolgerungen aufnehmen, die die Staats- und Regierungschefs der EU-Mitgliedsländer dann auf ihrem Dezember-Gipfel verabschieden.

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