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12.12.2011

Grüne Bewertung der Klimaverhandlungen in Durban

Gespräche über zukünftige Gespräche über zukünftige Gespräche...

An eine Sache wird man sich mit Blick auf den letzten UN-Klimagipfel in Durban, Südafrika, sicherlich erinnern: Seine ungewöhnliche Länge, mit Verhandlungsführern, die in den frühen Morgenstunden des Sonntags nach 35 Stunden intensiver Diskussionen schließlich eine Einigung erzielen konnten.

Überall in den Gängen hielten Leute ihren Atem an. Würde die starke Entschlossenheit der EU, alle Parteien zu einer Einigung auf ihren Fahrplan zu bringen, überhaupt irgendwohin führen? Die EU hat während des gesamten Klimagipfels deutlich gemacht, dass es keine zweite Phase von Emissionsreduktionen unter dem bestehenden Kyoto-Protokoll unterzeichnen würde, wenn sich die Beteiligten nicht auf einen neuen, rechtlich verbindlichen, Vertrag zur Erderwärmung bis 2015 einigen könnten. Angesichts der starken Opposition von China, Indien und den USA gegen einen solchen Vorschlag, befürchteten Viele einen völligen Kollaps der Verhandlungen ohne jedes Ergebnis.

Das Schlimmste konnte aber letztlich verhindert werden und der Klimagipfel endete mit einer Einigung auf einen Prozess zum Abschluss eines neuen, globalen Vertrag unter der UN-Klimakonvention bis 2015, der von 2020 implementiert werden muss. Es gab auch einige Einigungen zu wichtigen Maßnahmen im Waldschutz und der Etablierung eines 100-Milliarden-Dollar-Klimafonds bis 2020.

Die Grünen begrüßen die Führungsstärke der Europäischen Union, weisen aber warnend darauf hin, dass das Ergebnis dieses Gipfels ähnlich ist wie die seiner Vorgänger: Unzureichend. Jedes Jahr vermittelt der Klimagipfel den enttäuschen Eindruck einer reinen Diskussionsrunde... mit Gesprächen über zukünftige Gespräche...

Einmal mehr haben die politischen Führer nicht den nötigen Ehrgeiz gezeigt, die globale Erderwärmung auf zwei Grad zu begrenzen und den gefährlichen Klimawandel zu vermeiden. Das Kyoto-Protokoll - der einzig existierende, international bindende Vertrag - steht weiter für sich allein. Es fehlen Garantien für gemeinsame, globale Maßnahmen gegen den Klimawandel vor 2020. Weitere Gespräche müssen daher folgen, um Zukunft und Inhalt sowohl des aktuellen Protokolls als auch einer zukünftigen Einigung zu erarbeiten.

Die Verhandlungsführer standen in den letzten Stunden der Gespräche unter großem Druck - doch das ist nichts gegenüber dem Druck, dem wir alle angesichts der notwendigen Verminderung der Erderwärmung ausgesetzt sind, bevor es zu spät ist. Während die Staatschefs heimlich, still und leise nach Hause gereist sind, tickt die Uhr für unseren Planeten immer schneller.

 

Deutsche Übersetzung eines Artikels der Greens/EFA-Klimakampagne

(www.stopclimatechange.net)

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