[Zur Navigation]

14.01.2015

Grüner Erfolg im Kampf gegen Steuerdumping

Abgeordnete aus allen Fraktionen unterstützen jetzt Untersuchungsausschuss zu LuxLeaks

Geschafft! An diesem Mittwoch hat die Grüne Europafraktion die notwendigen Unterschriften von 188 Abgeordneten des Europäischen Parlaments für die Einrichtung eines Untersuchungsausschusses gegen Steuerdumping und die Folgen von LuxLeaks beisammen. Jetzt müssen die Konferenz der Fraktionsvorsitzenden und das Plenum des Europaparlaments handeln.

Druck auf andere Fraktionen
Die Grünen fordern die Vorsitzenden der übrigen Fraktionen zu einer schnellen Entscheidung für den Ausschuss auf. "Dass nun Abgeordnete aus allen Fraktionen unser Mandat für einen Untersuchungsausschuss unterstützen, zeigt, dass dieser Ausschuss die beste Möglichkeit zur Aufklärung von Systemen zur Steuervermeidung und -hinterziehung in der EU ist" so die Vorsitzende der Grünen im Europäischen Parlament, Rebecca Harms. Die 188 Unterschriften liegen vor, obwohl die Grüne/EFA-Fraktion Unterschriften von europakritischen Fraktionen wie der "UK Indenpence Party" (UKIP) und vergleichbaren Gruppierungen ausdrücklich nicht angenommen hat. "Es geht eben nicht um Juncker-Bashing oder eine antieuropäische Aktion", so Rebecca Harms. Nun müssen die Fraktionsvorsitzenden den Ausschuss schnellstmöglich auf den Weg bringen.

Umfassende Aufklärung
"Wir brauchen eine umfassende und unabhängige Aufklärung, die sich nicht auf Luxemburg beschränkt, sondern die das Steuerdumping in der gesamten EU unter die Lupe nimmt", ergänzt der finanz- und wirtschaftspolitische Sprecher der Grünen, Sven Giegold. Nur ein Untersuchungsausschuss gibt den EU-Abgeordneten den dafür notwendigen, umfassenden Zugang zu Personen und Dokumenten so wie die notwendigen Ressourcen. Anders als die bereits beschlossenen Initiativberichte im Wirtschafts- und Währungsausschuss geht es beim Untersuchungsausschuss nicht nur um neue Gesetzgebungsvorschläge. Der Ausschuss soll gezielt und umfassend untersuchen, ob es Verletzungen oder mangelhafte Anwendung von EU-Recht gab und gibt - von Regierungen der EU-Mitgliedsstaaten oder auch von der Europäischen Kommission. Was die Gesetzgebung angeht, haben wir bereits letzte Woche einen Änderungsantrag zur Einführung von Steuertransparenzpflichten für Großunternehmen eingebracht. Die Grünen fordern die anderen Fraktionen, die EU-Kommission und den Rat der EU-Mitgliedsstaaten auf, diese wichtige Maßnahme zu unterstützen.