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14.09.2012

Japans Atomausstieg

Abschied von der Atomillusion - Tokios Entscheidung ist ein Schub für die weltweite Energiewende

Die Grünen im Europäischen Parlament begrüßen den Beschluss der japanischen Regierung, aus der Atomenergie auszusteigen, kritisieren aber, dass die Regierung ihrer Bevölkerung mit dem Ausstiegsdatum 2040 das atomare Risiko noch viel zu lange zumuten will.

Dazu erklärt Rebecca Harms, Fraktionsvorsitzende der Grünen/EFA:

"Mit der japanischen Ausstiegsentscheidung gewinnt die weltweite Energiewende an Fahrt. Fukushima hat dazu beigetragen, die Hochrisikotechnologie Atom zu überwinden. Wir begrüßen den Ausstiegsbeschluss der japanischen Regierung, doch nach der Erfahrung von Fukushima ist eine Risikoverlängerung bis 2040 nicht akzeptabel. Japan hat nach der Katastrophe bereits bewiesen, dass es auch ohne Atomkraft funktioniert. Das Wiederanfahren der momentan stillstehenden Reaktoren bedeutet ein viel zu hohes Risiko für die Bevölkerung in diesem erdbebenreichen Land. Denn eine Lektion hat die Mehrheit der Japaner nach Fukushima verstanden: nämlich, dass wir eine atomare Katastrophe nicht beherrschen können. Japan muss deshalb seinen Weg in eine sichere und saubere Energiezukunft deutlich beschleunigen."

Claude Turmes, energiepolitischer Sprecher der Grünen/EFA erklärt dazu.

"Nach Deutschland verabschiedet sich mit Japan eine weitere große Industrienation  von der atomaren Illusion. Die Entscheidung der japanischen Regierung bis 2040 aus der Atomenergie auszusteigen erfordert einen radikalen Umbau der japanischen Energiewirtschaft. Ohne einen massiven Einsatz erneuerbarer Energien und eine Steigerung der Energieeffizienz ist dies nicht machbar und das bedeutet einen willkommenen Schub für Energieeffizienz und die erneuerbaren Energien weltweit. Auch die Europäische Kommission sollte endlich die Konsequenzen aus Fukushima ziehen: Es ist einfach lächerlich, dass die EU noch immer fünfmal soviel Geld für Atomforschung ausgibt als für erneuerbare Energien und intelligente Stromnetze. Sollte die EU-Kommission diesen Kurs beibehalten, wird uns das bei der wirtschaftlichen Entwicklung und bei der Innovation zurückwerfen."

Weitere Informationen

Rebecca Harms

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