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16.01.2013

Jugendarbeitslosigkeit in Europa

Europaparlament fordert Beschäftigungsgarantie für junge Menschen

Das Europäische Parlament hat heute die Mitgliedsstaaten der Europäischen Union mit großer Mehrheit aufgefordert, die so genannte "Jugendgarantie" verbindlich umzusetzen. Die Jugendgarantie soll sicherstellen, dass arbeitslose Jugendlichen unter 25 innerhalb von vier Monaten einen Arbeits-, Ausbildungs- oder einen hochwertigen Praktikumsplatz erhalten. Die Idee geht auf eine Initiative der Grünen Europafraktion zurück.

Die Jugendgarantie ist Teil eines Initiative-Pakets der Kommission zur Jugendarbeitslosigkeit. Zum dem Paket gehört auch ein Vorschlag für Mindeststandards für einen europäischen Qualitätsrahmen für Praktika.

"Der Rat hat in großen Worten, Jugendarbeitslosigkeit als eines der größten Probleme der Krise bezeichnet. Nun erwarten wir, dass diesen Worten Taten folgen" so die Vizepräsidentin des Beschäftigungsausschusses im Europaparlament, Elisabeth Schroedter.  Besonders in den von der Krise besonders getroffenen Staaten ist die Arbeitslosigkeit in erschreckende Höhen geschnellt: Mehr als die Hälfte der jungen Leute sind hier ohne Beschäftigung.

Verbindliche Jugendgarantie in allen Mitgliedsstaaten

7,5 Millionen Jugendliche sind innerhalb der ganzen Europäischen Union ohne Arbeit. Sogar in Deutschland, das von den schlimmsten Auswirkungen der Krise bislang noch verschont wurde, ist die Jugendarbeitslosigkeit doppelt so hoch wie die allgemeine Arbeitslosenrate. "Diese Menschen brauchen wieder eine Perspektive. Deshalb soll nach unseren Vorstellungen die Jugendgarantie ein einklagbares Recht für die Jugendlichen in jedem Mitgliedsstaat werden. Das reicht allein natürlich nicht aus, es braucht Arbeits- und Ausbildungsangebote für die Jugendlichen", bekräftigt Schroedter ihre Forderung nach einer schnellen Umsetzung der Jugendgarantie durch die Mitgliedsstaaten. Spätestens beim Frühjahrsgipfel im März müssen die Staats- und Regierungschefs handeln.

Mitverantwortung der Europäischen Union

Auch die Europäische Union und ihre Institutionen haben eine Verantwortung. "Ich hoffe sehr, dass die EU-Kommission hier ihrer Verantwortung gerecht wird", so Schroedter, „Sie könnte die Umsetzung der Jugendgarantie unterstützen und im Rahmen des Europäischen Semesters kontrollieren. Rat und Kommission können in den länderspezifischen Empfehlungen auf die Einhaltung der Jugendgarantie bestehen und Mitgliedsstaaten, die hier nicht vorankommen, entsprechend unter Druck setzen.“

Finanzielle Unterstützung

Auch eine finanzielle Unterstützung durch die Europäische Union ist möglich. Das Europarlament hatte in den Schwerpunkten der Verordnung zum Europäischen Sozialfonds der Bekämpfung der Jugendarbeitslosigkeit und der Unterstützung benachteiligter Jugendlicher besonderen Raum eingeräumt. "Außerdem müssen Kommission und Rat endlich ihre Blockade aufgeben und zulassen, dass auch andere Finanzquellen wie  zum Beispiel das Programm für sozialen Wandel und soziale Innovation für die Jugendgarantie zu Verfügung stehen. Auch das ist eine Frage der Glaubwürdigkeit", so die Sozialpolitikerin abschließend.

 

Weitere Informationen

Elisabeth Schroedter

Telefon Brüssel +32-2-2845234
Fax Brüssel +32-2-2849234
Telefon Straßburg +33-3-88175234
Fax Straßburg +33-3-88179234