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17.09.2009

Kein Signal für die Unterstützung der Milchbauern durch das Europaparlament

Milch

Um Milchbauern in ihrer Auseinandersetzung für faire und kostendeckende Milchpreise zu unterstützen, haben die Abgeordneten der Fraktion der Grünen/EFA sich für weitreichende Maßnahmen zur Marktsteuerung durch die Europäische Union ausgesprochen. "Im Mittelpunkt steht die Anpassung der Milcherzeugung an die tatsächliche Binnennachfrage", erklärt Martin Häusling, Mitglied im Agrarausschuss des Europäischen Parlaments und Milchbauer zur heutigen Stellungnahme des Europaparlaments.

"Hingegen haben gerade die deutschen Abgeordneten der Mehrheitsfraktionen der Europäischen Volkspartei und der Sozialdemokraten ihren vollmundigen Beteuerungen zur Unterstützung der Milchbauern keine Taten folgen lassen", kommentiert Martin Häusling, Mitglied der Grünen /EFA. Die Fraktion der Europäischen Volkspartei, der Sozialdemokraten und Liberalen wollen offenbar keine Beendigung der Überschussproduktion und keine Anpassung der Milchmenge an den tatsächlichen Bedarf. Stattdessen werden zu Lasten der Steuerzahler Milchseen und Butterberge produziert, wodurch sich die miserablen Milchpreise verlängern. Selbst die zerstörerischen Folgen der Exportsubventionen für Bauern in Entwicklungsländern werden hingenommen.

EU-Agrarkommissarin Mariann Fischer Boel erklärt die Krise schon fast für beendet, da die Preise für Milchpulver und Butter um einen Viertel Cent gestiegen seien. "Das ist zynisch. Seit Jahresbeginn erhalten die Bauern nur die Hälfte dessen, was sie die Milcherzeugung kostet. Ein Viertel Cent stoppt nicht den Ruin von mehr als 100.000 Milchbauern", kritisiert Martin Häusling. Die Konservativen und Sozialisten unterstützen den Kurs von Fischer Boel und zeigen gegenüber den konkreten Empfehlungen des EMB (European Milk Board) nur Ignoranz.

Anscheinend wollen die Kommission und die Mehrheit im Europäischen Parlament einen "brutalen Strukturwandel" zu Lasten der Milchbauern. Gerade in den benachteiligten Regionen hat die Milchkrise besonders verheerende Wirkungen.

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