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30.04.2010

"Klima und Arbeit zusammen ist die Zukunft für beide"

Claudia Roth zur Grünen Klimakonferenz in Bonn

Seit gestern laden die deutsche und die mexikanische Regierung zum "Petersberger Dialog", einem informellen Klimadialog zur Fortführung der gescheiterten Verhandlungen in Kopenhagen. Denn bei diesem letzten Weltklimagipfel war es nicht gelungen, gemeinsam die Eckpfeiler eines internationalen Abkommens zur Begrenzung der Erderwärmung zu finden. Gerade die EU, die sich selbst immer als Vorreiterin im Klimaschutz begriffen hat, versagte in Kopenhagen. Nach einer nun mehrere Monate dauernden Atempause, beginnt nun wieder Geschäftigkeit in der internationalen Klimadiplomatie einzutreten. Ende des Jahres findet die nächste UN-Klimakonferenz im mexikanischen Cancún statt. Um die Rolle der EU in den internationalen Klimaverhandlungen neu zu bestimmen, lud die Fraktion Die Grünen/EFA im Europäischen Parlament am Freitag zu der Konferenz "Von Bonn nach Cancún. Die Rolle der EU in den internationalen Klimaverhandlungen" nach Bonn. Redner wie Yvo de Boer, der Chef des UN-Klimasekretariats und Stavros Dimas, der ehemaliger EU-Umweltkommissar hatten in den Kopenhagener Verhandlungen bereits eine herausgehobene Rolle gespielt. Weitere Redner kamen aus Wirtschaft, Verbänden und Wissenschaft.

(Auf dem Foto v.l.n.r: Claudia Roth, Parteivorsitzende Bündnis 90/Die Grünen, Stavros Dimas, ehemaliger EU-Umweltkommisar, Rebecca Harms, Vorsitzende der Fraktion Die Grünen/EFA im Europäischen Parlament)

Claudia Roth, Parteivorsitzende von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN, zeigte sich am Freitag erfreut, dass die Konferenz der Grünen Europafraktion der so wichtigen Diskussion um ein international verbindliches Klimaabkommen Rückenwind verschaffe. Gerade in der Verbindung von Klimaschutz und der Schaffung neuer Arbeitsplätze liege die Zukunft für beide, wie das die Grünen in Brüssel und Deutschland mit ihrem Konzept des Grünen New Deal versuchen. Roth unterstrich, dass die Debatte um die europäische Rolle im Klimaschutz gerade in eine Zeit der dramatischen Renationalisierung falle, wie sie in der Griechenland-Krise offenbar werde. Die Vielzahl nationalistischer und chauvinistischer Töne lasse Sehnsucht nach der Europapolitik eines Helmut Kohl entstehen, die in krassem Gegensatz zu einem Herrn Westerwelle steht, der in Griechenland Gelder für deutsche Waffen kassiert. Gerade die Griechenland-Debatte offenbare jedoch, wie wichtig ein starkes und geeintes Europa sei, das an einem Strang zieht. Europa müsse in der Klimapolitik vorangehen, ergänzte die Parteivorsitzende, und nicht nach dem Motto "Warten auf Godot" erst von den anderen verlangen, dass diese liefern. Die nach Auffassung der Parteivorsitzenden "hoch spannende Diskussion" bewegte sich aber nicht nur in den Sphären der internationalen Klimadiplomatie, sondern warf auch Fragen auf, wie wir unsere Art des Produzierens und Konsumierens ändern müssten, um selbst glaubwürdig zu bleiben.

 

 

 

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