[Zur Navigation]

26.08.2015

Krise bei Agrarprodukten

EU-Kommission ignoriert Erzeuger und Verbraucher

EU-Agrarkommissar Phil Hogan hat in einer Pressekonferenz am heutigen Mittwoch die Absatzkrise der EU-Landwirtschaft heruntergespielt. Dazu erklärt der agrarpolitische Sprecher der Grünen/EFA-Fraktion im Europäischen Parlament, Martin Häusling:

„Es ist ein Schlag ins Gesicht der Milcherzeuger, das EU-Kommissar Phil Hogan nicht offen von einer Krise der Milcherzeuger in der EU spricht. In Deutschland und anderen EU-Ländern kämpfen die Bäuerinnen und Bauern ums Überleben. Dabei ist die prekäre Situation für den Absatz von Milch, aber auch von Obst und Schweinefleisch hausgemacht. Sowohl die EU-Kommission als auch der Rat der EU-Mitgliedsstaaten haben bei der Reform der Gemeinsamen Agrarpolitik die Realität ausgeblendet. Sie haben bei der Überarbeitung der Marktordnungen die Vorschläge des Europäischen Parlaments zur Angebotssteuerung leichtfertig verworfen.

Hogan und die Agrarminister der Mitgliedsländer sind mitverantwortlich dafür, dass die Existenz von Milcherzeugern und anderen Landwirten wegen der europäischen Überschuss- und Exportpolitik schon wieder bedroht ist. Das Potential für ausländische Absatzmärkte wurde völlig falsch eingeschätzt. Der Importstopp Russlands und die geringe Nachfrage aus China zeigen,  wie wenig sich europäische Erzeuger auf Prophezeiungen der Industrie und der EU-Kommission verlassen können. Sogar die sogenannten Vorzeigebetriebe der großen Milchproduzenten können den Preisverfall nicht mehr abfedern. Durch hohe Investitionskredite stehen viele der vermeintlich modernen Betriebe am Rande der Existenz.

Die Agrarminister der Länder müssen auf ihrem Treffen am 7. September gegensteuern. Wir brauchen eine Politik, die sich an der Nachfrage nach Qualitätsprodukten auf dem europäischen Markt orientiert und eine nachhaltige Produktion sicherstellt. Verbraucherwünsche und Erzeugerinteressen in der EU müssen ernst genommen werden, anstatt eine exportorientierte Billigproduktion zu fördern. Das zerstört unsere Landwirtschaft und die Entwicklungspotentiale und Märkte in anderen Regionen der Welt."

 

Weitere Informationen

Martin Häusling

Telefon Brüssel +32-228-45820
Fax Brüssel +32-228-49820
Telefon Straßburg +33-3-88175820
Fax Straßburg +33-3-88179820