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26.11.2009

Krummer Bananen-Deal zwischen EU und Lateinamerika

Bananenimporte

Zum Deal zwischen den lateinamerikanischen Anbau-Ländern und der EU in Sachen Bananen erklärt der Wirtschaftsexperte der Fraktion Grüne/EFA im Europaparlament Sven Giegold, Mitglied der Delegation für die Anden-Staaten:

"Das ist ein krummer Deal. Unter Druck von der WTO will die EU den Einfuhrzoll auf lateinamerikanische Bananen von 176 € auf 114 € pro Tonne senken. Das wird den Bananenanbietern aus Brasilien, Kolumbien, Costa Rica, Ecuador, Guatemala, Honduras, Mexiko, Nicaragua, Panama, Peru und Venezuela helfen, afrikanische und andere Bananen vom europäischen Markt zu verdrängen. Als Ersatz sollen die afrikanischen Staaten 190 Millionen € zusätzliche Entwicklungshilfe bekommen. Das ist jedoch nur ein Bruchteil der EU-Bananenzoll-Einnahmen.

Die EU finanziert weiterhin ihren Haushalt direkt auf Kosten der Entwicklungsländer. Die EU sollte die Zolleinnahmen aus Entwicklungsländern als Sofortmaßnahme vollständig für Projekte einer sozialen und ökologischen Entwicklung in den Zahler-Ländern einsetzen. Genau das haben Ecuadorianische Gewerkschaften und Kleinbauernorganisationen vor kurzem erfolglos von der EU gefordert. Ecuador zahlte allein im Jahre 2008 350 Millionen Euro an Bananenzoll, erhielt jedoch nur 22 Millionen Euro an EU-Entwicklungshilfe. Damit verglichen, ist auch die nun vorgeschlagene, zusätzliche Entwicklungshilfe für Afrika Peanuts.

Mittelfristig fordern wir weiterhin ein europäisches und internationales Handelsregime, das die kleinen Produzenten mit hohen sozialen und ökologischen Standards konsequent begünstigt."

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