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26.04.2010

Langen-Forderung nach Euro-Austritt Athens ist populistisch und anti-europäisch

Griechenlandkrise

Zu der Forderung des Vorsitzenden der CDU/CSU-Gruppe im Europaparlament. Werner Langen,Griechenland möge aus der Eurozone austreten, erklärt Sven Giegold, wirtschafts- und finanzpolitischer Sprecher der Fraktion Grüne/EFA im Europäischen Parlament:

"Die populistischen Äußerungen Werner Langens zu Griechenland sind völlig geschichtsvergessen und antieuropäisch. Der Pfälzer Langen sollte bald eine Fahrt zu seinem Landsmann Helmut Kohl in Oggersheim machen, um Nachhilfestunden in Europapolitik zu nehmen. Der Ausstieg aus der Eurozone ist in den EU-Verträgen nicht vorgesehen. Langens Behauptung, die Griechenlandhilfe sei in Deutschland nicht verfassungskonform, ist ebenso fragwürdig. Die Zinsen des Hilfspakets sind etwa so hoch wie die Marktzinsen, die ohne die aktuellen Spekulationswellen anfallen würden - damit sind sie aber keine Subvention. Fakt bleibt, dass die Griechenlandkredite für Deutschland ein gutes Geschäft sind: Kredite zu 3% aufnehmen und zu 5 % weitergeben sorgt für ansehnliche Gewinne.

Gewagt ist Langens Behauptung, Griechenlands Ausschluss stelle kein systemisches Risiko für den Euro dar. Nach einem Austritt Griechenland würden sich die Finanz-Hyänen das nächste Euroland vornehmen, was in einer Kettenreaktion die Existenz des Euro bedrohen würde. Aber CDU-Mann Langen will offensichtlich Griechenland den Spekulanten zum Fraß vorwerfen, wenn er meint, das Land solle nach seinem Euro-Austritt mit frei flottierenden Wechselkursen wieder wettbewerbsfähig werden.

Statt einzelne Länder aus der Eurozone ausschließen zu wollen, sollte Langen entschiedene Schritte zur Einführung einer europäischen Wirtschaftsregierung unterstützen. Damit könnten die notwendigen Anpassungsmaßnahmen energisch und sozial ausgewogen angegangen werden und Fälle wie Griechenland in Zukunft unmöglich gemacht werden."

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