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29.03.2012

Mehr Rechte für Flugpassagiere

Starkes Votum des Europaparlaments bei Preisen, Transparenz und Barrierefreiheit

Das Europäische Parlament hat sich heute mit breiter Mehrheit für mehr Rechte der Passagiere im Flugverkehr ausgesprochen. Sowohl bei der Transparenz von Preisen als auch bei der Erstattung von Kosten bei Verspätungen und Stornierungen soll die EU-Kommission nun aktiv werden. Weitere wichtige Punkte für die Grünen: Reisende im Flugzeug sollen zukünftig besser über die Umweltbelastungen, z. B. den CO2-Ausstoß ihres gewählten Transportmittels, informiert werden. Auch der Zugang für Menschen mit Behinderungen oder eingeschränkter Mobilität soll verbessert werden.

"Das Europäische Parlament hat heute erneut seine Verantwortung als Vertreter der europäischen Bürgerinnen und Bürger ernst genommen," begrüßte der verkehrspolitische Sprecher der Grünen Europafraktion, Michael Cramer, das klare Votum. "Wir fordern einmal mehr faire, klare und durchsetzbare Regeln." Der große Druck des Parlaments bei Passagierrechten hat schon in der Vergangenheit zu erheblichen Verbesserungen geführt, zum Beispiel bei der Verabschiedung von Fahrgastrechten im Bahnverkehr im Jahre 2007.

Der Bericht des grünen Berichterstatters Keith Taylor aus Großbritannien fordert zunächst eine Überarbeitung der Regeln für Hilfeleistungen und Erstattungen im Falle von Stornierungen oder Verspätungen. "Und zwar sowohl für den Flug selbst, als auch für das Gepäck", erläutert Cramer. Ein weiteres Problem bei der Buchung von Flügen ist die fehlende Transparenz der Preise - denn selten ist der Preis, den wir am Ende bezahlen, mit dem ursprünglich sichtbaren Angebot auf den Internetseiten der Anbieter identisch. "Hier muss sichergestellt werden, dass der wirkliche Preis schon zu Beginn des Buchungsvorgangs sichtbar ist", bekräftigt Cramer.

Weitere zentrale Elemente, für die sich die Grünen erfolgreich stark gemacht haben, sind der konsequente barrierefreie Zugang für Menschen mit Behinderungen und Informationen zur Umweltbelastung der Reise für alle Passagiere. Die Fluggäste sollen über die CO2-Emissionen und den Energieverbrauch des Fluges detailliert informiert werden - und zwar auch auf dem Ticket! "Nur so können sie rationale Entscheidungen treffen und ihren Beitrag zum Klimaschutz leisten - deswegen war dieser Punkt für uns Grüne so wichtig", erläutert Michael Cramer nach der erfolgreichen Abstimmung. Darüber hinaus soll auch bei der Weitergabe von persönlichen Daten an Behörden zukünftig volle Transparenz herrschen.

Ein Wermutstropfen bleibt. So hätten sich die Grünen ein einheitliches Rechtsniveau für alle Verkehrsträger gewünscht. Während im Bahnverkehr bereits ab einer Stunde Anspruch auf Entschädigung besteht, gilt dies für den Flugverkehr erst ab drei Stunden. "Das ist nicht im Sinne der Reisenden und behindert den fairen Wettbewerb. Außerdem fehlt im Flugverkehr, anders als bei der Bahn, noch immer eine unabhängige Schlichtungsstelle als Ansprechpartner für die Passagiere", kritisiert Cramer abschließend.