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05.11.2014

Milchkrise

Übermengen und Exportfiasko vernichten bäuerliche Existenzen

Zur Diskussion über die Lage des Milchmarktes heute im Agrarausschuss des Europaparlaments, erklärt Martin Häusling, Koordinator der Grünen/EFA:

„Dass das Auslaufen der Milchquote zu Mengenproblemen führen würde, konnten sich alle denken. Dennoch wurde diese absehbare Folge in den letzten Monaten heruntergespielt. Milchindustrie und Bauernverband schwärmten von lukrativen Exportmärkten, die jetzt zu erobern seien.

Aber bei globalem Handel sind nicht nur Preise volatil, sondern auch Märkte. Zu sehr auf Export zu setzen, macht den Handel im Falle politischer Unwägbarkeiten extrem anfällig - wie sich  beim Russlandembargo zeigt! Ohne jegliche Lenk- und Eingriffsmöglichkeit fährt nun der europäische Milchmarkt mal wieder an die Wand! Die Leidtragenden sind nun wieder die Produzenten. Auf sie wird der Preisverfall abgewälzt.

Dass die Discounterketten Aldi Nord und Aldi Süd nun kräftig die Preise für Milch, Butter und Quark senken, ist in diesem Zusammenhang mehr als unlauter!“ kritisiert Häusling.

„Die auf EU-Ebene eingerichtete Monitoringstelle bringt nicht viel, weil sie nur Milchmengen erfasst und dokumentiert. Sie muss auch die Vollmacht und effiziente Instrumente für eine sinnvolle Marktsteuerung erhalten. Intervention und Lagerhaltung verursachen nur Kosten, helfen den Milchbauern aber wenig. Es kann nicht sein, dass Molkerei-Riesen bei jeder Marktlage Gewinne machen, während die Milchproduzenten von Krise zu Krise mehr und mehr von ihrem eigenen Kapital - wenn denn überhaupt noch vorhanden - dem eigenen Produkt hinterher werfen.

Die Kommission hatte heute im Agrarausschuss keine Vorschläge für eine Lösung. Agrarkommissar Phil Hogan hat in seiner Anhörung stark auf das Exportmodell gesetzt, dabei wird er aber zukünftig nicht die Augen vor den existenzvernichtenden Folgen dieses Modells verschließen können.“

Weitere Informationen:

 

Die Grünen/EFA im Europäischen Parlament - Martin Häusling

 

Tel. +32-2-284-5820, Fax +32-2-284-9820 Email: martin.haeusling@europarl.europa.eu

Weitere Informationen

Martin Häusling

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