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03.12.2014

Ökolandbau aus der Nische holen anstatt ausbremsen!

Zur Experten-Anhörung zum Vorschlag der Kommission zur Überarbeitung der Ökoverordnung heute im EU-Agrarausschuss erklärt der agrarpolitische Sprecher der Grünen/EFA und zuständige Berichterstatter des Parlaments für den Ökoverordnungs-vorschlag, Martin Häusling:

„Das Interesse an der heutigen Anhörung wurde deutlich, denn der Platz im Sitzungssaal war knapp. Alle geladenen Experten der heutigen Anhörung waren sich im folgenden Punkt einig: Der Ökolandbau ist ein innovatives System, welches Lösungen für viele Probleme bietet, die wir heute im Bereich Landwirtschaft und Klimawandel haben. Dieses System muss raus aus der Nische.

 

Der Ökologische Landbau befindet sich nach wie vor in der Entwicklung und erlangt nur in wenigen Mitgliedstaaten mehr als 10 Prozent Flächenanteil. Daher – auch hier war man sich heute weitgehend einig - darf er nicht mit überzogenen Anforderungen an 100 Prozent Biosaatgut und Biofutter zu einem Stichtag in ganz Europa ausgebremst werden, solange die Verfügbarkeit in Europa regional sehr unterschiedlich ist“, so Häusling. Hier braucht es regionale Strategiepläne für eine schrittweise Entwicklung hin zu 100 Prozent Bio, forderte Jürn Sanders vom Thünen Institut.

Dr. Felix Prinz zu Löwenstein machte klar, dass Extragrenzwerte für Schadstoffe, auf deren Vorkommen die Ökobauern gar keinen Einfluss haben, bei einer kleinteiligen und noch überwiegend konventionellen Landwirtschaft eine ungerechtfertigte Belastung wären und das Verursacherprinzip konterkarieren würden. Der BÖLW-Vorsitzende forderte, die wichtigen Eckpfeiler der ökologischen Produktion müssten im Basisrechtsakt definiert werden, ohne die Möglichkeit flexibler Änderungen durch die Kommission. Dies sei nötig, damit die Produzenten und Verarbeiter Planungssicherheit hätten.

Verschiedene Meinungen gab es zu der Möglichkeit der Betriebsteilungen. Hier bestand ein Vorschlag darin, Betriebspläne final auf die Beseitigung der Betriebsteilung auszulegen, hierfür aber individuelle Übergangszeiten zu gewähren.

Zum Schluss formulierte Häusling: „Wir wollen keine Totalrevision der EU-Ökoverordnung, sondern eine praxisgerechte Reform. Genau daran werden wir hier im Parlament arbeiten!“

Weitere Informationen

Martin Häusling

Telefon Brüssel +32-228-45820
Fax Brüssel +32-228-49820
Telefon Straßburg +33-3-88175820
Fax Straßburg +33-3-88179820