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18.03.2011

Restrisiko Atomkraft

Grüne Studie analysiert 16 beispielhafte Störfälle in AKWs

Zwischen den Katastrophen in Tschernobyl und jetzt in Fukushima hat es Jahr für Jahr hunderte Störfälle in Kraftwerken gegeben. Eine Studie von 2007 im Auftrag der Grünen Europaabgeordneten Rebecca Harms beschäftigt sich mit diesem Thema und beschreibt 16 beispielhafte Störfälle, die im Ernstfall ebenfallsl zu schlimmen Folgen hätten führen können.

Diese Störfälle haben nur selten eine ausreichende Öffentlichkeit erhalten. Oft blieb es bei regionaler Berichterstattung.

Das vergleichsweise prominenteste Beispiel waren die Ereignisse in dem schwedischen Kraftwerk Forsmark im Sommer 2006: Ein Kurzschluss in einer Außenanlage führte zu einer Kettenreaktion, mehrere Notgeneratoren sprangen nicht an und selbst im zentralen Kontrollraum gingen zwischenzeitlich die Lichter aus. Am Ende konnte Schlimmeres verhindert werden. Doch der Zwischenfall hatte die Lücken des Sicherheitssystems schonungslos offengelegt.

Die Studie analysiert weitere Beispiele: So hatten im taiwanesischen AKW Maanshan Salzablagerungen auf Stromisolatoren außerhalb des Reaktorgebäudes zu einem kompletten Stromausfall im AKW geführt. Eine Sicherheitsübung im AKW Farley in den USA im Jahr 2000 zeigte, dass es Terroristen in zwei der vier Übungsfälle gelungen wäre, eine Kernschmelze herbeiführen. In einem dritten Fall hätten sie es geschafft, Teile der Anlage zu zerstören.

Atomkraftwerke sind nicht sicher. Und die mit ihnen verbundenen Risiken nicht kontrollierbar. Es gibt nur eine Lösung für das Restrisiko Atomkraft: Den Ausstieg aus der Kernenergie.

Die Studie in englischer Originalsprache können Sie hier herunterladen. Eine deutsche Zusammenfassung ist ebenfalls verfügbar.

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