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05.02.2014

Saisonarbeiter

Gleiche Rechte für Saisonarbeiter – EU-Parlament schiebt der Ausbeutung einen Riegel vor

Heute hat das Europäische Parlament der Richtlinie über die Bedingungen für die Einreise, den Aufenthalt und die Arbeitsrechte von Saisonarbeitnehmer/innen aus Drittstaatsangehörigen zugestimmt. Die heute verabschiedete Richtlinie ist das Ergebnis der Verhandlungen zwischen Europäischem Rat und Parlament. Wenn der Rat dem ebenfalls zustimmt, kann sie in Kraft treten. Zur damit heute vom EP verabschiedeten Richtlinie sagt Elisabeth Schroedter, Vizepräsidentin des Beschäftigungsausschusses für die Fraktion der Grünen/EFA:

"Ich begrüße, dass wir mit dieser Richtlinie gleichen Lohn und gleiches Arbeitsrecht für Saisonarbeiter und menschenwürdige Unterkunftsbedingungen festschreiben. Besonders wichtig war mir, dass diese Menschen durch ihre Arbeit auch Renten- und Sozialversicherungsansprüche erwerben. Saisonarbeit ist noch immer ein schwarzes Kapitel der EU, in dem Ausbeutung und Menschrechtsverletzungen auf der Tagesordnung stehen. Die Mitgliedstaaten sind jetzt aufgerufen durch Inspektionen und Kontrollen sicherzustellen, dass die endlich beschlossenen Schutzklauseln gegen die Ausbeutung der Arbeitnehmer/innen auch vor Ort durchgesetzt werden."

Ska Keller, migrationspolitische Sprecherin der Grünen im Europäischen Parlament, sagt:

"Die Richtlinie zu Saisonarbeitern und -arbeiterinnen ist ein wichtiger Baustein in der europäischen Migrationspolitik. Damit schafft die EU erstmals einen sicheren Rechtsstatus für gering qualifizierten Migrantinnen und Migranten aus Drittstaaten.  Bisher gab es nur die Blue Card für Hochqualifizierte. Wir Grüne hätten uns zwar schärfere Regeln gegen die Ausbeutung von Saisonarbeiter und -Arbeiterinnen gewünscht.  Trotzdem ist die Richtlinie ein Fuß in der Tür hin zu einer europäischen Migrationspolitik, die nicht nur auf Abschottung setzt, sondern anerkennt, dass Europa auch ein Einwanderungskontinent ist."