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07.01.2013

SNCB-Datenleck

Einheitlicher EU-Datenschutz muss schnell kommen

Zum bekanntgewordenen Datenleck beim belgischen Bahnunternehmen SNCB Europe erklärt Jan Philipp Albrecht, innenpolitischer Sprecher der Grünen Europafraktion und Verhandlungsführer des Europäischen Parlaments für die geplante EU-Datenschutzgrundverordnung:Hintergrund:

„Der Verlust von knapp 1,5 Millionen Kundendatensätzen bei der belgischen Bahn ist der Super-GAU für das Grundrecht auf Datenschutz, dass allen Bürgerinnen und Bürgern in der EU zusteht. Unter den betroffenen Kundinnen und Kunden befinden sich nicht nur zahlreiche EU-Beschäftigte sondern sehr viele Deutsche, die etwa mit dem Thalys oder dem Eurostar in den Urlaub gefahren sind. Die Folgen dieses ungewollten und delikaten Weihnachtsgeschenk der SNCB sind unabsehbar: Name, Anschrift, E-Mail-Adresse, Telefonnummern – all diese privaten Informationen sind nun einsehbar. Auf diese grassierenden Missstände muss die Politik nun schnell reagieren.

Seit Jahren fordern Datenschützer und das Europäische Parlament einen einheitlichen EU-Datenschutz, der alle Behörden und Unternehmen in der Europäischen Union auf den grundrechtlich abgesicherten Schutz der personenbezogenen Daten verpflichtet. Seit einem Jahr wird nun in Brüssel daran gearbeitet, eine entsprechende EU-Verordnung auszuarbeiten, die den gewohnten Standard der EU-Staaten normiert und gleichzeitig der Realität des digitalen Zeitalters gerecht wird. Dass nun gerade ein Unternehmen der analogen Welt zeigt, wie dringend notwendig ein EU-weit einheitlicher Datenschutz mit scharfen Zähnen ist, macht die Dimension des Problems deutlich.“

 

Am 10. Januar 2012 legt der Grünen-Europaabgeordnete Jan Philipp Albrecht seinen Vorschlag für eine Position des Europäischen Parlaments zur geplanten EU-Datenschutzgrundverordnung vor. Am 9. Januar 2012 wird er um 10 Uhr im Rahmen einer Pressekonferenz in Brüssel zu seinen Vorschlägen Stellung beziehen.

Jan Philipp Albrecht ist selbst vom Datenleck der SNCB Europe betroffen. Neben seinem Namen sind auch seine Anschrift in Brüssel sowie seine private E-Mail-Adresse in der Datenbank des Bahnunternehmens abrufbar gewesen. Eine Benachrichtigung über den Datenverlust seitens der SNCB hat er auch 72 Stunden nach dessen Bekanntwerden nicht erhalten.

Weitere Informationen

Jan Philipp Albrecht

Telefon Brüssel +32 (0) 2 28 4 50 60
Telefon Straßburg +33(0)3 88 1 75060