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26.11.2012

Start der 50/50-Koalition

"Keine moderne europäische Demokratie ohne Geschlechtergerechtigkeit"

Mehr als 50 Abgeordnete des Europäischen Parlaments aus verschiedenen pro-europäischen Fraktionen haben bis heute die 50/50-Erklärung unterschrieben. Sie fordern darin die Mitgliedsstaaten, die europäischen Parteien und die europäischen Institutionen auf, Geschlechtergleichheit in den Entscheidungspositionen herzustellen. So fordern die Abgeordneten unter anderem von den Mitgliedsstaaten, je einen weiblichen und einen männlichen Kandidaten für die Kommissarsposten und alle anderen Spitzenpositionen in den EU-Institutionen zu nominieren. Die Fraktionen im Europäischen Parlament werden aufgerufen, hinsichtlich der Europawahlen 2014 ihre Wahllisten so aufzustellen, dass im Ergebnis ein ausgewogenes Verhältnis von Frauen und Männern garantiert ist. Außerdem sollen die Fraktionen ein ausgewogenes Geschlechterverhältnis bei der Wahl  der Ausschussvorsitzenden und ihrer Fraktionsvorstände sicherstellen.(1)

Die 50/50-Erklärung ist nun für alle EU-Abgeordneten und die Abgeordneten aus den nationalen Parlamenten zur Unterschrift offen und wird im Frühjahr 2013 an die Europäische Kommission und die nationalen Regierungen übergeben werden.

Dazu erklärt Franziska Brantner, Abgeordnete der Grünen/EFA und Gründungsmitglied der 50/50-Koalition:

"Wir nehmen nicht länger hin, dass mehr als die Hälfte der europäischen Bevölkerung von Entscheidungen ausgeschlossen wird, die ihr tägliches Leben betreffen. Seit 1957 ist die Gleichberechtigung von Mann und Frau in den Verträgen der EU verankert; bis heute wird dieser Grundsatz tagtäglich missachtet. Der Fall Yves Mersch hat erst kürzlich wieder gezeigt, wie schwer es immer noch ist, männerdominierte Strukturen aufzubrechen und für ein ausgewogenes Geschlechterverhältnis zu sorgen. Daher kommt die 50/50-Koalition genau zur richtigen Zeit! Bis zur Europawahl 2014 werden wir jetzt mobilisieren und den Druck auf Institutionen und Regierungen erhöhen. Ich hoffe, dass alle Abgeordneten in diesem Haus ihre Unterstützung zeigen werden."