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27.04.2010

Von Bonn nach Cancún: die Rolle der EU in den internationalen Klimaverhandlungen

Veranstaltung der Grünen/EFA am 30. April in Bonn

Nach gut dreimonatiger Pause nach dem Klimagipfel in Kopenhagen starten die Vorbereitungen für die nächste UN-Konferenz im mexikanischen Cancún mit einer Reihe von Verhandlungsrunden in Bonn. Die Lähmung nach Kopenhagen durch die enttäuschte Hoffnung auf ein gemeinsames verbindliches UN-Abkommen gegen die Erderwärmung muss nun der Analyse und Strategiefindung weichen. Gerade für die EU, die in Kopenhagen mangelndes Engagement und Uneinigkeit gezeigt hatte, muss eine neue Rolle in den internationalen Klimaverhandlungen gefunden werden. Wie kann Europa wieder seinen Platz als Vorreiter im Klimaschutz einnehmen? Was kann die EU zu einem Erfolg in Cancún beitragen?

Um diese Fragen zu diskutieren veranstalten die Fraktion Die Grünen/EFA im Europäischen Parlament am kommenden Freitag, 30. April eine internationale Klimakonferenz in Bonn mit rund 200 TeilnehmerInnen. Über "Europas schwindende Rolle in der internationalen Klimapolitik" diskutieren mit Yvo de Boer, dem Chef des UN-Klimasekretariats, Stavros Dimas, dem ehemaligen EU-Umweltkommissar zwei, die an Schlüsselstellen in Kopenhagen mitverhandelt haben. De Boer hatte kürzlich bereits deutlich gemacht, dass er nicht an einen Durchbruch in Cancún glaube. Rebecca Harms, Fraktionsvorsitzende der Grünen im Europaparlament, fordert dagegen, die Glaubwürdigkeit der Klimapolitik nicht dadurch in Frage zu stellen, indem die Ziele für Cancún bereits im Vorfeld heruntergespielt werden. Claus Leggewie, Mitglied im wissenschaftlichen Beirat der Bundesregierung "Globale Umweltveränderungen" wird die Debatte aus Blickwinkel der Wissenschaft, Tove Ryding, Vertreterin von Greenpeace Dänemark, mit Argumenten der Umweltbewegung beleuchten. Moderiert wird das Panel durch Yannick Jadot, französischer Abgeordneter und Klimaexperte der Grünen Europafraktion.



Klimaschutz eröffnet Chancen, die im Nachmittagspanel der Konferenz im Mittelpunkt stehen: Nicht nur die Umwelt, auch die Ökonomien Europas können von ehrgeizigen Klimaschutzmaßnahmen profitieren - als Vorreiterin im grünen Wirtschaften und durch Investitionen in grüne Technologien in Industrie, Energie und Verkehr können Millionen neuer Jobs in Europa geschaffen werden. Über diese Chancen einer starken Klimapolitik diskutieren Reinhard Bütikofer, stellvertretender Fraktionsvorsitzender und Mitglied im Ausschuss für Industrie, Forschung und Energie mit den Unternehmensvertretern Milan Nitzschke von Solar World und Amanda Afifi von der European Alliance of Companies for Energy Efficiency in Buildings. Dr. Felix Matthes von der Forschungseinrichtung Ökoinstitut und der Gewerkschaftsvertreter Joel Decaillon von der European Trade Union Confederation vervollständigen das Panel. Die Moderation übernimmt Claude Turmes, luxemburgischer Abgeordneter im Europäischen Parlament und energie- und industriepolitischer Sprecher der Europagrünen. Dr. Hermann Ott, Klimaexperte der Grünen Bundestagsfraktion wird die Ergebnisse der Konferenz zusammenfassen.

Bereits am Donnerstag Anreisende erwartet in der Kunst- und Ausstellungshalle der Bundesrepublik Deutschland ein Abend-Empfang für Vertreter aus Politik, Wirtschaft, Wissenschaft und Zivilgesellschaft. Gastredner ist Stefan Rahmstorf vom Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung.


Von Bonn nach Cancún: die Rolle der EU in den internationalen Klimaverhandlungen

Auftakt-Empfang
mit Gastredner Stefan Rahmstorf vom Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung
WANN: Donnerstag, 29. April, ab 20 Uhr
WO: Foyer der Kunst- und Ausstellungshalle der Bundesrepublik Deutschland, Friedrich-Ebert-Allee 4, 53113 Bonn

Grüne Klimakonferenz
WANN: Freitag, 30. April, 09:30 - 17.30 Uhr
WO: Beethovenhalle, Wachsbleiche 16, 53111 Bonn
In der Mittagspause wird eine Bildaktion stattfinden (ab 12:40 Uhr).

Weitere Informationen und das ausführliche Programm finden Sie unter hier: mehr

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