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17.04.2013

Youth in Crisis

Rückblick auf eine gelungene Konferenz mit Jugendlichen aus ganz Europa

Die Jugendkonferenz "Youth in Crisis" der Fraktion Die Grünen/EFA im Europäischen Parlament und der Federation of Young European Greens (FYEG) war eine ganztägige Veranstaltung im Europaparlament in Brüssel. Über 200 junge Menschen aus ganz Europa - darunter junge Aktivist_innen, Student_innen, Gewerkschafter_innen, grüne Aktivist_innen und andere Partner_innen unterschiedlicher Bewegungen und der Zivilgesellschaft - diskutierten unter anderem mit den Abgeordneten Ska Keller, Reinhard Bütikofer und Franziska Brantner über die Zukunft der Jugend in Europa sowie unterschiedliche politische Instrumente, mit denen den Krisen unserer Zeiten begegnet werden kann.

Grüne Europaabgeordnete und der Europäische Kommissar für Beschäftigung, Soziales und Inklusion, László Andor, hörten den Vorschlägen der Jugendlichen zu und debattierten mit ihnen während des gesamten Tages. Die Jugend wurde von den vielfachen Krisen, denen Europa gegenübersteht, hart getroffen. Während der Konferenz haben die Teilnehmenden unseren eigenen Handlungsplan entworfen, um die Jugend Europas von den Zwängen eines wirtschaftlichen Modells zu emanzipieren, welches für die Krisen verantwortlich ist. Junge Menschen wollen EU-Strategien von Bildung bis Wirtschaft ändern, um eine andere EU aufzubauen und ihre Zukunft selbst in die Hand zu nehmen.

Die TeilnehmerInnen der Konferenz schlagen ein neues Bildungssystem vor, welches auf eine kreative menschliche Entwicklung ausgerichtet sein sollte, anstelle rein wirtschaftlichen Zwecken zu dienen. Durch kritische Bildung kann unsere Gesellschaft geformt und auch grüner werden. Außerdem werden eine Kontrolle der Gemeingüter sowie eine Demokratisierung unserer natürlichen Ressourcen gefordert.

Zudem wollen die Jugendlichen ein soziales Europa schaffen. Sie sprechen sich gegen Austeritätsmaßnahmen aus und wollen als ersten Schritt die Sozialausgaben erhöhen sowie radikale Veränderungen wie einen gemeinsamen Mindestlohn, Arbeitssolidarität (Arbeitsplatzschaffung durch Arbeitszeitverkürzung) und ein gerechteres Einkommensverhältnis umsetzen. Im Bereich des Wohnungsbaus soll Zugang zum sozialen Wohnungsbau geschaffen Zwangsräumungen und Spekulationen über leerstehende Häuser gestoppt sowie soziale Segregation in unseren Städten vermieden werden. All dies soll mit Schlüsselinstrumenten wie der europäischen Jugendgarantie verbunden werden, um die Emanzipation junger Menschen zu unterstützen.

Die Jugendlichen wissen auch, wie sie die EU-Institutionen verbessern und die EU näher an die Menschen bringen wollen. Sie wollen eine demokratische EU mit mehr Verantwortung und einer Kräfteverschiebung, die das Europäische Parlament stärkt und eine direkte Wahl einer europäischen Regierung ermöglicht. Außerdem wollen sie im Bereich der Geld- und Währungspolitik eine demokratisch verantwortungsvolle Europäische Zentralbank, eine klare und transparente Regulierung der Finanzmärkte, eine Beseitigung der großen Banken, die "zu groß für den Bankrott" sind, eine Reduktion schädlicher Subventionen, eine Eliminierung von Steueroasen und die Einführung einer Finanztransaktionssteuer.

Das komplette Programm sowie den archivierten Webstream gibt es hier.