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10.07.2012

Cavada-Bericht

Faire Bezahlung von Urhebern in der digitalen Welt

Die Kommission hat vor einem Jahr das Grünbuch "Über den Online-Vertrieb von audiovisuellen Werken in der Europäischen Union: Chancen und Herausforderungen für den digitalen Binnenmarkt” veröffentlicht. Die Zusammenfassung der Stellungnahmen, die bis November 2011 eingereicht werden konnten, sollen bald von der Kommission veröffentlicht werden. Der digitale Vertrieb von kreativen Inhalten und Waren gewinnt immer mehr an Bedeutung. Eine Initiative, die den Zugang durch Wettbewerb und größere Wahlmöglichkeiten zum Nutzen der Verbraucher befördert, ist also sehr zu befürworten.

Heute hat der Kulturausschuss im Europäischen Parlament den Bericht "über den Online-Vertrieb von audiovisuellen Werken in der Europäischen Union" von Jean Maire Cavada (EVP) angenommen. Dazu erklärt Helga Trüpel, Vizepräsidentin des Kulturausschusses:

"Ein wesentlicher Teil des Berichts beschäftigt sich auch mit der fairen Vergütung der Urheber. Meine Forderung,  den Urhebern eine faire Vergütung zu garantieren, die in angemessenem Verhältnis zu den generierten Einkünften durch jegliche Art der Verwertung, einschließlich der Online-Verwertung, ihrer Werke steht;   ist angenommen worden. Das ist ein wesentlicher Schritt nach vorne. Meine Forderung,  in der   EU  Rechtsvorschriften zu erlassen, um Buy-out-Verträge zu verbieten, hat ebenfalls die Mehrheit gefunden.  Ebenso wurde auch meine Forderung angenommen, die Verhandlungspositionen zwischen Urhebern  und Produzenten wieder in ein Gleichgewicht zu bringen, indem den Urhebern ein unverzichtbares Recht auf Vergütung für jegliche Form der Verwertung ihrer Werke gewährt  wird,  einschließlich der laufenden Vergütung, wenn die Urheber  ihr Recht auf öffentliche  Zugänglichmachung an einen Produzenten übertragen haben."

Die  audiovisuellen Angebote sind nicht nur ein Wirtschafts- sondern auch ein Kulturgut, das entsprechend geachtet und gefördert werden muss. Für den Bereich des Urheber- und Lizenzrechts ist es essentiell, dass Lizenzpraktiken auf Grundsätzen der Markwirtschaft beruhen sowie die Vergütung der Urheber sichergestellt wird. Als grüne Kulturpolitikern ist für mich das Selbstbestimmungsrecht der Urheber zentral, über Nutzung und Verwertung ihrer Werke selbst zu entscheiden.. Wir brauchen einen neuen Anlauf für nachhaltige und verantwortliche Lösungen zwischen Urhebern, Nutzern und Verwertern auf nationaler und internationaler Ebene.

 

Weitere Informationen

Helga Trüpel

Telefon Brüssel +32-2-28 45140
Telefon Straßburg +33-3-881 75140