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11.04.2012

Weder Unterstützung für Grass noch den israelischen Innenminister

"Das Ungeheuerliche an dem sogenannten Gedicht von Günter Grass "Was gesagt werden muss", ist seine Verkehrung des Aggressors. Nicht Israel bedroht den Iran mit einem atomaren Erstschlag und stellt das Existenzrecht Irans in Frage, sondern Präsident Mahmoud Ahmadinedschad leugnet den Holocaust, stellt das Existenzrecht Israels in Frage und verweigert seit Jahren die Kontrolle seines Atomprogramms, obwohl Iran Mitunterzeichner des Nichtverbreitungsvertrags für Atomwaffen (NVV) ist", erklärt Helga Trüpel, Mitglied der European Friends of Israel (EFI) und Vizepräsidentin des Kulturausschusses des EP. Trüpel weiter:

"Grass verwechselt mutwillig diese Ausgangsposition, deswegen ist seine Äußerung so kritikwürdig. Ich kritisiere auch Detlef Griesche, Vorsitzender der Ortsgruppe Bremen der deutsch-palästinensischen Gesellschaft. Er stößt in das gleiche Horn, wenn er Israel einseitig angreift und für alle Probleme der Region einseitig verantwortlich macht. Der israelische Innenminister ist mit dem Einreiseverbot für Grass auch über das Ziel hinausgeschossen und macht damit vor allem israelische Innenpolitik. Meine Kritik an der Einreiseentscheidung ist allerdings keine Rückendeckung für Grass. Zu hoffen ist, dass die verstärkten Sanktionen gegen den Iran diesen zum Einlenken bringen und es zu keiner atomaren Bewaffnung des Iran kommt, denn das würde die gesamte Region destabilisieren und ein erneutes atomares Wettrüsten in der Nahostregion auslösen."