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07.02.2011

Weltsozialforum in Dakar

Ein kritischer Blick auf Davos - Grüne/EFA-Fraktion mit Konferenz zu Land- und Fischraub

Am Sonntag wurde das Weltsozialforum in Dakar (Senegal) eröffnet. Das alljährliche Ereignis wird seit 2001 an wechselnden Orten als globalisierungskritisches Gegenstück zum Weltwirtschaftsgipfel in Davos ausgerichtet. Vom 6. bis zum 12. Februar versammeln sich etwa 20.000 Menschen aus mehr als 120 Ländern in der senegalesischen Hauptstadt.

Die Fraktion die Grünen/EFA hat am Rande des Treffens am Dienstag, 8. Februar, eine Konferenz mit dem Thema "Land-, See- und Fischraub ausgerichtet. Landraub bezeichnet dabei die Übernahme der landwirtschaftlichen Nutzungsflächen durch große einheimische und internationale Investoren, unterstützt zumeist durch korrupte kommunale Politiker. Die lokalen Bauern werden oft gar nicht oder nur minimal entschädigt. Beim See- und Fischraub sieht sich die Bevölkerung vor Ort mit massiver Überfischung ihrer Gewässer durch die ausländische Fischereiindustrie konfrontiert.

"Immer mehr Länder sind abhängig von der Nutzung ausländischer Wasser- und Landflächen, um ihren Bedarf zu decken. Dies steht im krassen Gegensatz zu den Bedürfnissen und Rechten regionaler Fischer und Bauern, die Hauptsächlich lokale Märkte bedienen." kommentiert der Grüne Europaabgeordnete Sven Giegold nach Abschluss der Konferenz in seinem Blog. Ska Keller, Grünes Mitglied im Entwicklungsausschuss, ist ebenfalls vor Ort und sprach bei der Konferenz zum Thema Politikkohärenz in den Bereichen Handel, Landwirtschaft, Fischerei, Energie und Klimawandel.

Der ganzheitliche Ansatz, Land-, See- und Fischraub gemeinsam zu behandeln, hat bei den Teilnehmern am Weltsozialforum verfangen: Im Tagesverlauf zog es etwa 400 Teilnehmer zu unserer Konferenz. Das Fazit: Die Verquickung zwischen ausländischen Investoren, Regierungen und nationalen Behörden geht zu Lasten der lokalen Bevölkerung. Westafrika und die Staaten der Investoren müssen gemeinsam dagegen angehen - denn letztlich können nur etablierte internationale Regeln diesem gefährlichen Phänomen ein Ende setzen.

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